Das Verdikt war deutlicher als angenommen. Und es war sogar noch deutlicher, als die grössten Pessimisten je vorausgesagt haben. Knapp zwei Wochen nach dem Nein zur Prüfung einer Kantonsfusion hängt der Haussegen schiefer denn je zwischen den beiden Halbkantonen.

Obwohl ich auch zu jenen gehöre, welche meinen, dass man alte Geschichten zugunsten einer prosperierenden Zukunft vergessen sollte, musste ich diese schmerzliche Niederlage eingestehen. In anderen Landesteilen werden regelmässig Gemeinden fusioniert und im Baselbiet schafft man es kaum, die Feuerwehren aus zwei oder drei Gemeinden zusammenzulegen. Die Schmerzgrenze – gemeint ist die finanzielle – ist noch in einiger Entfernung, weshalb man sich getrost auf die alten emotionalen Reflexe gegen die Stadt beschränken kann. Dass der Kanton Basel-Landschaft den grössten Teil seiner Probleme selber lösen will und muss, ist klar. Daran sollte man nun nicht mehr rütteln, vorerst.

Dass sich nun einige Politiker in Basel-Stadt aufgrund des Abstimmungsresultats profilieren möchten, war fast so zu erwarten, wie auch die Ablehnung der Fusionsinitiative in Gemeinden wie Liedertswil, Ammel oder Brätzbel. Sie wettern nun gegen vermeintliche Vorteile, welche man den Baselbietern zugestehen würde. Da wird nun gegen das Herzstück und gegen den Margarethenstich ins Feld gezogen. Man bekommt den Eindruck, dass jegliche Anschlüsse des Baselbiets an die Stadt torpediert werden sollen. Dies alles mit dem Blanko-Check des Abstimmungsergebnisses. Es spielt wohl keine Rolle, ob es Bildungsgelder sind oder auch strasseninfrastrukturelle Verbesserungen. Also muss man annehmen, dass zum Beispiel der dringend benötigte direkte Anschluss des Industriegebietes Allschwil an die Nordtangente von beleidigten Politikern aus der Stadt abgelehnt wird, obwohl es eine Verkehrsentlastung von Basel-West wäre. Ich bin dezidiert der Meinung, dass man nun hüben wie drüben die Vernunft wieder walten lassen sollte. Die guten Demokraten sind nicht beleidigt, sondern suchen den Weg für neue Verbesserungen in der Zusammenarbeit der beiden Halbkantone. Es gäbe da ja noch einiges zu tun. Sicher der falsche Weg ist, wenn man nun als Abstimmungssieger der Meinung ist, man müsse in Bern zwei zusätzliche Ständeratssitze beanspruchen.

Diesen Aufwand kann man sich sparen, denn in Bern wird keine Mehrheit vorhanden sein für diese Wünsche. Einem Kanton Basel hätte man schon eher zugestimmt, zwei Vollkantonen sicher nicht. Das wird ein schöner Wunsch des Baselbiets sein und bleiben – genauso wie derjenige eines Kantons Basel auf der anderen Seite der Birs! Gespannt bin ich, ob das Thema Kanton Nordwestschweiz irgendwann mal eine Option wird - interessant wird es dannzumal sein, wer die Initiative dazu ergreift – und in welchem Jahrhundert dies sein wird…