Während Ersterer es als Ratsmitglied in der Basler Bürgergemeinde auf geschlagene 28 Amtsjahre gebracht hat, hielt es Letzteren gerade einmal zwanzig Monate im Basler Grossen Rat. Mit diesem Kürzest-Engagement liegt der FDP-ler in einem Trend, der immer mehr Basler Grossräte nach immer kürzerer Amtszeit das Handtuch werfen lässt. Und selten liegen dabei die Rücktrittsgründe so klar auf der Hand wie bei den Multimandatsträgern Sebastian Frehner, Markus Lehmann und Daniel Stolz.

Damit ist die Amtszeitbeschränkung für Grossratsmitglieder, die Basel-Stadt einst als Massnahme gegen hartnäckige Rathaussesselkleber eingeführt hat, so überflüssig geworden wie ein Verkehrskonzept fürs Gundeli-Quartier. Selbst dort, wo die Guillotine noch Opfer fände wie in der Stadtbasler SP, klemmt das Fallbeil, sobald ein überfälliges Polit-Urgestein seine Unentbehrlichkeit für die Region, die Schweiz und die ganze Welt erklärt hat. Wobei es sich bei diesen «Unverzichtbaren» in letzter Zeit vermehrt um Frauen handelt.

Was bedeutet, dass die Rücktrittskultur in der hiesigen Politszene auch aus Gendersicht neu beurteilt werden muss. Vorbei die Zeiten, als Männer wie Fürstenberger die politischen Schaltstellen über Jahrzehnte besetzt hielten und die Frauen mit Kindern, Küche und Kirche auf Distanz hielten. Heute suchen «Iron Ladys» vom Format unserer derzeitigen SP-Stände- und Nationalrätinnen die Langzeitmacht, während die Herren der Schöpfung auf Amt und Ehren verzichten, sobald sie den Inhalt eines Snuglys im Park spazieren führen können.

So wird es tout Bâle wohl noch erleben, dass die Amtszeitbeschränkung durch eine Amtszeitverpflichtung abgelöst wird, damit sich der Aufwand der Parlamentsdienste für die Einarbeitung eines neuen Ratsmitglieds wenigstens halbwegs amortisiert.

Und für jene, die einfach einmal den Komfort eines Grossratssitzes testen wollen, gibt es bei Basel Tourismus für fünf Franken eine Rathausführung.