Wenn diese Kolumne erscheint, geniesst die Kolumnistin Schnee und (hoffentlich) Sonne im schönen Lötschental. Für Freude und Tumult werden wie jedes Jahr die «Tschäggata» sorgen, die immer um diese Zeit das Lötschental mit ihren furchterregenden Holzmasken unsicher machen. Dabei steigt natürlich auch die Vorfreude auf Basels «scheenschte drey Dääg». An Sujets wird es den Schnitzelbängglern ja heuer nicht mangeln. Wir freuen uns schon auf die zahlreichen Verse, bei denen sich «Conti» auf «Konti» reimt, und ähnlichen Pointen zu den Honoraraffären in Stadt und Land. Gerne hoffe ich auch auf Bissiges und Spritziges zum letzten fragwürdigen «Philippi»-Racheakt von Herrn B. – gerade vor einem Publikum, das an der Fasnacht notorisch aus vielen potenziellen MasseneinwandererInnen aus dem nahen und fernen Ausland besteht.

Mit diesem Ereignis hat sich die Schweiz ja in den weltweiten Schlagzeilen nachdrücklich in Erinnerung gerufen – selbstverständlich auch auf Twitter. «... Das war nicht Tells Geschoss!» tönte es am Abstimmungssonntag etwa vorwurfsvoll aus Eltville am Rhein (kennen Sie nicht? Dann sind Sie kein Twitterer). Wie kommen wir, Spass beiseite, aus diesem Debakel wieder heraus? Ich sehe nur eine neue, baldige Volksabstimmung zu den bilateralen Verträgen als Lösung. Wollen wir all das wirklich aufs Spiel setzen? Den Jungen den Zugang zu «Erasmus» verbauen, um nur etwas zu nennen?

Und was ist mit den freundlichen Grenzgängerinnen, die mich jeden Tag liebenswürdig bei meinen Einkäufen bedienen? Die SP Basel-Stadt hat ihnen zum Dank für das, was sie in und für unsere Stadt leisten, und als Zeichen unserer Solidarität kürzlich Rosen verteilt. Die «Badische» (im Gegensatz zu den «Unsym-Badische») und natürlich die «Waggis» gehören nicht nur an der Fasnacht untrennbar zum Basler Alltagsleben! Damit sind wir wieder bei der Fasnacht. Die vielen Baustellen sollen heuer bei den Cliquen ein häufiges Sujet sein. Niemand hat an Krach und Verkehrsbehinderungen Freude – auch wenn die Arbeiten noch so notwendig sind. Baudirektoren haben deshalb generell kein leichtes Leben und eignen sich gut als Zielscheibe. Wohl deshalb hat sich jene andere Zeitung, die leider Basel im Namen führt, auf Hampe Wessels eingeschossen – in ihrer Absicht, die rot-grüne Regierungsmehrheit zu kippen. Dass sie dies mit derart plumpen Falschmeldungen und miserablen Recherchen tut, wie jüngst bei der vermeintlichen «Schwedenreisli»-Affäre, sollte allerdings auch noch den letzten Abonnenten dieses Blattes die Augen öffnen. Die Augen geöffnet haben sollten spätestens nach dem Abstimmungswochenende auch die liberalen bürgerlichen Kreise in Basel. Wie liesse sich ein Zusammengehen mit einer Partei, die die Interessen der Wirtschaft derartig schädigt, für die bürgerlichen Parteien vertreten? «(Bürgerliches) Basel blyb suuber!» gilt auch hier. Und nun wünsche ich allen eine scheene Fasnacht!