Droht dem Sportmuseum in Münchenstein der Wegfall der städtischen Subventionen von 150'000 Franken, weil es ein Subventionsempfänger ohne mächtige Kulturlobby und die Streichung darum politisch leicht durchsetzbar ist? Ist es gar die Retourkutsche nach Baselland für das Baselbieter Regierungs-Veto gegen die Erhöhung der Theatersubventionen? Nein, man muss nicht gleich von niederen Motiven ausgehen – und trotzdem kommt der Sparbefehl des Basler Präsidialdepartements reichlich unverhältnismässig daher.

Klar ist: Es gibt keine absolut richtige oder falsche Antwort auf die Frage, ob die Subventionsstreichung zu Recht erfolgt. Die jeweilige Antwort fällt – wie fast immer bei solcherlei Sparübungen – aufgrund der persönlichen Einstellung zu dieser Institution aus. Für viele Basler Politiker ist das Sportmuseum bloss eine Gerümpelkammer, und die schlechten Besucherzahlen sind der Beweis dafür. Für mich, der schon in verschiedenen Projekten mit den Verantwortlichen zusammengearbeitet hat, ist das Sportmuseum ein wunderbarer Kulturort, der von einem Haufen verrückter Idealisten betrieben wird, die über ebenso viel Leidenschaft wie Wissen verfügen; die zudem ungemein innovativ die Grenzen der Museumsdidaktik ausloten, wie ich es sonst bei staatlichen Museen nur selten erlebe. Für mich wäre es darum eine Schande, wegen eines verhältnismässig geringen Betrags eine derart innovative Einrichtung in ihrem Fortbestand zu gefährden. Es möge dem Leiter Gregor Dill und seinem Team von Herzen gegönnt sein, wenn möglichst viele Gross- und Landräte in Stadt und Land das genau gleich sehen.