Man hat sich schon fast daran gewöhnt: Immer wieder machen Vertreter der SVP mit rechtsextremem Gedankengut auf sich aufmerksam – und sofort sind ihre parteiinternen Vorgesetzten zur Stelle, um sich von den untolerierbaren Aussagen zu distanzieren und die Betroffenen abzukanzeln. Meistens betrifft es rangniedrige SVPler, diesmal den Präsidenten der Kreispartei Dornach und Umgebung, der zudem erst seit kurzem im Amt ist. Er war sich offensichtlich nicht bewusst, welche Linie er mit seinem Facebook-Auftritt überschritt.

Vor einigen Jahren konnte sich die SVP noch hinter dem Argument verstecken, in einer rasch wachsenden Partei würden nun mal dubiose Figuren auftauchen. Doch die SVP hat ihren Zenit erreicht, die Personalfluktuation hat sich stabilisiert. Die Volkspartei bleibt aber ein Auffangbecken für alle, die am rechten Rand des politischen Spektrums denken. Rechts der SVP ist nichts mehr – zumindest nichts, was im Rahmen der institutionellen Politik Platz haben sollte. Dessen sollten sich die SVP-Verantwortlichen bewusst sein. Sie sollten sich nicht nur überlegen, wie ihre Parteivertreter daran gehindert werden können, mit heiklen Aussagen an die Öffentlichkeit zu gelangen. Sie sollten sich überlegen, warum solche Leute überhaupt zur SVP stossen und klare Grenzen setzen, was drinliegt und was nicht. Das läge schliesslich in ihrem ureigensten Interesse.

Aber vielleicht fällt dies einer Partei schwer, die seit Jahren pausenlos Wahlkampf führt und dabei Provokation zur Maxime erklärt hat.