Man wähnt sich im falschen Film. Nur etwa 0,25 Prozent des hiesigen Kulturbudgets fliesst derzeit in den Film. Nach Jahrzehnten des kantonalen Knauserns soll das lokale Filmschaffen nun endlich ein wenig grosszügiger unterstützt werden. Wer weiss, wie teuer die Produktion von Filmen ist, weiss auch, dass die geplante Förderung – insgesamt 2,75 Millionen Franken jährlich – alles andere als luxuriöse Bedingungen schafft. Auch gelten die Kriterien, wonach Filme gefördert werden, als äusserst streng.

Für einmal kann bei dieser Filmdebatte kein Politiker behaupten, die Kultur werde unnötig mit zu grosszügigen Subventionen verweichlicht. Eine bürgerliche Minderheit der Basler Bildungs- und Kulturkommission greift auf ein anderes Hauptargument zurück: Auch mit den zusätzlichen Fördergeldern sei dem Basler Film nicht wirklich geholfen. Also solle Basel dieses Feld anderen überlassen, die es bereits seit Jahren grosszügiger bestellten – namentlich Zürich und Genf. Als Trostpreis stellen diese Grossräte eine Erhöhung um 50 000 Franken in Aussicht – unter der Bedingung, dass Baselland gleichzöge.

Die Stärke des Kulturstandorts Basel sind tatsächlich die vielen Museen, unter den subventionierten sticht vor allem das Kunstmuseum hervor. Hinzu kommen Musik und Theater. Trotzdem wäre es kurzsichtig, die Filmkunst nun ganz den anderen zu überlassen. Die verschiedenen Kultursparten schliessen einander nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig. Immer stärker. Gerade Basels Bild-Expertise prädestiniert die Stadt auch für das bewegte Bild.

Wer hinschaut, merkt, dass diese Szene hier wächst und gedeiht: Mehrere Basler Filme feierten in den letzten Jahren international Erfolge. Das Haus der Elektronischen Künste hat einen besseren Standort erhalten. Das Schweizer Radio und Fernsehen zügelt die gesamte Kulturabteilung hierher. Wer also den Film stärkt, setzt auf eine in Basel zukunftsträchtige Sparte. Nicht nur künstlerisch, auch wirtschaftlich: Die Filmwirtschaft bringt, wenn sie mal gedeiht, zusätzliche Arbeitsplätze und Steuergelder. Auch andere Kantone fördern sie nicht nur aus Idealismus, sondern weil sie sich versprechen, mit relativ wenig Geld mehr Geld anzuziehen. Basel kann es sich nicht leisten, dem lokalen Filmschaffen kaum Geld zu geben. Die Stadt würde auf eine so wichtige wie lukrative Sparte verzichten.