Der Vorwurf «Winkelzüge» seitens des Referendumskomitees an Sabine Pegoraro ist nicht erstaunlich. Die Regierungsrätin hat nicht nur das Datum ihrer Pressekonferenz bezüglich Referendum zur Entwicklungsplanung Leimental–Birseck–Allschwil (Elba), sondern auch dessen Inhalt gut gewählt: Zwei Tage vor Bekanntgabe des neuen Sparpakets ist ihr die volle Aufmerksamkeit noch sicher. Die juristischen Bedenken, die hinter den Zubringer Allschwil ein Fragezeichen setzen, lassen das Referendumskomitee schlecht dastehen. Der Zubringer ist nämlich nicht nur ein oft geäussertes Bedürfnis, sondern auch Volkswille und vom Komitee mehrmals als unantastbar dargestellt worden.

Noch hat die Regierung nicht abschliessend klären lassen, ob tatsächlich juristische Probleme entstehen, wenn das Volk sich gegen den Elba-Entscheid des Landrats ausspricht. Ausserdem hat Kantonsingenieur Oliver Jacobi selbst gesagt, dass die Regierung wohl auch mit einer Einzelvorlage zur Aufnahme des Zubringers in den Richtplan vor den Landrat treten könnte. Pegoraros Einwände, dass das Parlament dann vielleicht Nein sagen würde, scheinen unbegründet. Schliesslich wurde auch von rot-grüner Seite mehrfach betont, man stehe hinter dem Zubringer. Natürlich könnten die Landräte eine Kehrtwende vollziehen und gegen die Aufnahme in den Richtplan stimmen. Damit würden sie aber jede Glaubwürdigkeit verlieren. Das Szenario ist also unwahrscheinlich. Zurzeit weist alles darauf hin, dass es sich bei den juristischen Bedenken Pegoraros tatsächlich um nichts anderes als Winkelzüge handelt.