Hinter dem geplanten Basel Nord steckt nicht weniger als ein Umbau der Schweizer Terminal-Landschaft mit dem Ziel, durch Zentralisierung den künftig wachsenden Containerverkehr stärker auf der Schiene abzuwickeln. Dem steht das Terminal in Weil gegenüber – als Versuch der Swissterminal AG, ihr Geschäft zu retten. Dieses gerät nämlich durch Basel Nord massiv unter Druck.

Die Motivationen hinter beiden Projekten sind berechtigt. Und beide haben ihre Schwächen. Bei Basel Nord sind dies die hohen Kosten für viele Kunstbauten, die zwar mögliche, aber unhandliche Einfahrt ins Hafenbecken 3 und die fehlende Expansionsmöglichkeit im Fall, dass in Zukunft noch mehr Kapazität nötig ist. Bei Weil muss man ein Fragezeichen hinter den noch keineswegs gesicherten Autobahnanschluss machen. Das Hafengleis hält dem Vergleich mit Basel Nord nicht stand. Auch ist dieses Projekt gegenüber Basel Nord arg im Rückstand, falls der Containerverkehr schneller zunimmt, als die von Swissterminal bestellte Transcare-Studie annimmt. Basel Nord kommt im Vollausbau fünf Jahre früher.

Wegen der Verlagerung auf die Schiene, und weil das Terminal im Inland liegt, macht Basel Nord volkswirtschaftlich mehr Sinn. Trotzdem sind die legitimen Interessen der bisherigen Player zu berücksichtigen. Dazu sollten die Akteure, selbst wenn die Gespräche in der Vergangenheit unglücklich verliefen und offenbar Narben hinterliessen, erneut verhandeln: am besten, um alle Beteiligten unter einen Hut zu bringen. Und falls dies nicht möglich ist, mit dem Minimalziel «friedlicher Wettbewerb». Ungeklärte Konflikte, im ungünstigen Fall in parteipolitische Schützengräben getragen, schaden dagegen der Weiterentwicklung des Standorts.