Ein Feuerwehr-Kommandant muss seinen Helm an den Nagel hängen, weil er nach Ansicht des Gemeinderats zu weit weggezogen ist. Das ist Jörg Zimmermann passiert. Zwei Jahrzehnte war er Mitglied der Münchensteiner Feuerwehr, die letzten sieben Jahre stand er ihr als Kommandant vor. Dann zog er nach Nunningen. Bei seiner Verabschiedung flossen die Tränen.

In Zeiten, in welchen Feuerwehren Probleme haben, genügend Mitglieder zu rekrutieren, runzelt man über diesen Entscheid des Münchensteiner Gemeinderats die Stirn.

Jörg Zimmermann hatte zuvor schon nicht in Münchenstein gewohnt, sondern in Aesch. Stossend ist für den Betroffenen aber eher die Tatsache, dass es punkto Wohnsitz keine Regelung gibt. Er konnte also nicht wissen, dass er mit dem Umzug ins Schwarzbubenland auch seinen Kommandanten-Posten abgeben muss.

Dabei läge die Lösung auf der Hand. Im Kanton Zürich etwa muss jeder Stadtpolizist, der Pikett leistet, innerhalb von 30 Minuten in der Stadt sein. Übertragen auf das Baselbiet würde das bedeuten: Ein Feuerwehr-Kommandant müsste in maximal einer halben Stunde im Magazin eingetroffen sein. Google Maps berechnet für Nunningen bis zum Münchensteiner Magazin eine Fahrzeit von 24 Minuten. Hinzu kommt, dass Zimmermann in Münchenstein arbeitet. Er wäre tagsüber also weiterhin in wenigen Minuten am Einsatzort. Und bei den leeren Strassen spätabends sowie in der Nacht oder an Wochenenden sollten die 24 Minuten Fahrzeit locker zu schaffen sein.