Vielleicht war sich der Lausner Gemeinderat gar nicht bewusst, was er mit seiner «Richtigstellung» auslöst. Doch die unmissverständlich klaren Worte, hinter denen sämtliche sieben Gemeinderäte aus grösstenteils bürgerlichen Parteien stehen, könnten am Ende das politische Schicksal der SVP-Landratspräsidentin Daniela Gaugler besiegeln. Dass die Gemeinde Lausen selbst Partei im laufenden Verfahren ist, darf zwar nicht vergessen werden. Doch gibt es letztlich gute Gründe, weshalb man glauben darf, dass das Ehepaar Gaugler für mehrere aktuelle Nutzungen ihres Gebäudes tatsächlich keine Bewilligung hatte.

Etwa, dass der Kanton schweigt. Er darf sich ausdrücklich nur dann äussern, wenn die anderen beiden Parteien – also die Gauglers oder die Gemeinde – öffentlich tatsachenwidrige Behauptungen machen. So widersprach der kantonale Bauinspektor am Montag Daniela Gaugler, dass der Kanton keineswegs über alle aktuellen Nutzungen informiert war. An der Gemeindemitteilung aber hat der Kanton nichts auszusetzen.

Die Landratspräsidentin hat damit endgültig ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Dass die Ratskonferenz des Parlaments kommende Woche noch das Gespräch mit ihr suchen wird, ist richtig. Doch mittlerweile hat sich Daniela Gaugler derart ins Abseits manövriert, dass sie nicht mehr fähig sein wird, den Kanton glaubhaft zu vertreten und dessen Parlament mit Autorität zu leiten – egal, wie es um ihre Liegenschaft steht. Das Problem: Nur sie selbst kann zurücktreten.