Bei Basels Sparlänen sind die voraussichtlich 330 000 Franken, die die Stadt dieses Jahr weniger für Altpapier und Karton erhält, nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Gleichzeitig wird um die Stelle des Beauftragten für Behindertengleichstellung, die 160 000 Franken kostet, erbittert gestritten.

In diesem Kontext mutet das Verständnis, dass das Amt für Umwelt und Energie und die Stadtreinigung für die Probleme der Recyclingfirma Lottner AG zeigen, gelinde gesagt etwas leichtfertig an. Natürlich ist die Argumentation der Firma, die selber pro Tonne Altpapier und Karton von den Papierfabriken 30 Franken weniger bekommt, nachvollziehbar. Natürlich ist sie gezwungen und liegt es in ihrem Interesse, deshalb ihre eigenen Vergütungen so bald wie möglich anzupassen.

Stellt sich nur die Frage, ob es Aufgabe des Kantons ist, die Risiken der Abfallwirtschaft zu tragen? Die Vergütungen für Altpapier und Karton werden jedes Jahr neu für ein Jahr festgelegt – zwischen Lottner und dem Kanton Basel-Stadt geschah dies erst im Dezember 2014. Das Ausmass der Eurokrise war damals noch nicht abzusehen und Lottner hat Basel damals einen Vergütungspreis garantiert, der heute trotz bestehendem Vertrag nicht mehr gelten soll.

Der Leiter der Stadtreinigung sagt, dass der bisherige Abnahmepreis für Papier und Karton nicht mehr durchzusetzen sei. Für mich stellt sich die Frage, ob der Kanton seine gute Verhandlungsposition nicht zu schnell aufgibt und noch einmal über die Bücher sollte.