«Gebühren runter!» ist die erste spontane Reaktionen, wenn man vom Geldsegen hört, von dem die Baselbieter Gemeinden profitieren. In ihre Kassen fliessen nämlich insgesamt 27 Millionen Franken aus dem Überschuss der Basler Kehrichtverbrennungsanlage.

Wer sollte von diesem üppigen Geldfluss profitieren, wenn nicht diejenigen, die mit ihren Abfallmarken den Überschuss produziert haben? Schliesslich hat dies auch der Gesetzgeber vorgesehen, als er beschloss, die Abfallkassen rein gebührenfinanziert zu führen, sie also von den steuerfinanzierten Rechnungen zu trennen. So gesehen, sind die Gemeinden fast gezwungen, die Abfallgebühren zu senken.

Auch wenn sich die Gemeinderäte so bei der Bevölkerung beliebt machen würden – dieser Versuchung sollten sie nicht erliegen (auch nicht wenige Monate vor den Gesamterneuerungswahlen).

Mühsam und mit sanftem Druck haben die Gemeinden über die Jahre hohe Recyclingquoten erreicht. Das war nur möglich, weil die Entsorgung des nicht recylierbaren Mülls etwas kostet – und zwar so viel, dass sich das Trennen des gratis entsorgbaren Abfalls wie Papier, Glas und Metall für den Einzelnen auch wirklich lohnt.

Zudem ist die Schweiz bisher von grossen Abfallskandalen verschont geblieben. Auch wenn viele nur murrend die als Kopfsteuer empfundenen Abfallmarken zahlen, vertraut die Bevölkerung grundsätzlich dem hiesigen Entsorgungssystem. Denn es ist eine ideale Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Dieses Vertrauen dürfen die Gemeinden nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.