Vielleicht wird die Projektidee des Therwiler ETH-Ingenieurs und Unternehmers David Senn nie umgesetzt. Und wenn doch, dann kaum in dieser Form. Aber es wäre fahrlässig, wenn die Basler Verwaltung diese Steilvorlage nicht aufnehmen und ernsthaft prüfen würde. Der Vorteil und Effizienzgewinn, die bestehenden drei Basler Eislauf-Standorte auf den Sportanlagen St. Jakob in einem Neubau zu konzentrieren, ist derart offensichtlich, dass man sich eine bessere Lösung fast nicht vorstellen kann.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Region Basel ist Eissport-begeistert. Von Curling über Eiskunst-, Eisschnelllauf und Eishockey widmen sich viele Vereine und zahlreiche Plauschteams der sportlichen Betätigung auf dem Glatteis. Keine Schülerin, kein Schüler, der nicht schon auf der «Kunschti» Margarethen oder Eglisee auf Kufen gestanden wäre. Diese breiten Bevölkerungsschichten verdienen selbst in Zeiten eines Sparpakets zeitgemässe Anlagen. Und wenn diese in einem modernen Eissportzentrum zusammengefasst werden, wo sie kosten- und energieeffizienter betrieben werden können, dann umso besser.

Nur auf offene Türen wird Senns Projektidee aber nicht stossen, das ist auch dem Urheber klar. Die seit bald einem Jahrhundert betriebenen «Kunschtis» Margarethen und Eglisee sind in ihren Quartieren ausserordentlich beliebte Institutionen, mit einflussreichen Trägervereinen im Rücken. Die ersatzlose Streichung würde in der Stadt zu einem Politikum allererster Güte, selbst wenn alle betriebswirtschaftlichen Faktoren für eine Zentralisierung sprechen. Auch geht vermutlich die Rechnung nicht auf, dass ein neues Eissportzentrum die Margarethen- und Eglisee-Sanierung völlig überflüssig macht, denn eine Nachnutzung braucht es selbst ohne Eislaufbetrieb. Aber nur aus Nostalgiegründen dieses Projekt im Voraus zu verwerfen, wäre äusserst kurzsichtig.