Zur kritisierten Intransparenz bei Kantonsspital Baselland (KSBL) und Wirtschaftskammer gilt es zunächst festzuhalten: Im Umgang mit den Beiträgen an die Familienausgleichskasse verläuft alles nach dem Buchstaben des Gesetzes. Jedenfalls deuten die Recherchen der bz auf nichts anderes hin. Zugleich verdeutlichen diese exemplarisch, dass Kantonsspital und Wirtschaftskammer nicht zueinanderpassen: Transparente Beitragssätze sind bei der Ausgleichskasse der Wirtschaftskammer nicht vorgesehen, und im Fall von privaten Arbeitgebern auch nicht nötig. Bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt im Eigentum des Kantons ist der Anspruch ein anderer: Hier erwartet die Öffentlichkeit grösstmögliche Transparenz. Dies gilt erst recht fürs KSBL, das derzeit wie keine andere Baselbieter Institution im Fokus politischer Debatten steht.

Man kann abgesehen vom Ausgleichskassen-Thema die Mitgliedschaft von Kantonsspital und Psychiatrie Baselland (PBL) in der Wirtschaftskammer grundsätzlich kritisieren: Die Gesundheitsversorger operieren im Gegensatz zu hunderten in der Wirtschaftskammer zusammengeschlossenen KMU nicht in einem freien gewerblichen Markt. Das Gesundheitswesen ist trotz Liberalisierung und Verselbstständigung der Spitäler immer noch stark reglementiert. Entsprechend schwierig ist es für die Wirtschaftskammer, im Rahmen ihrer verbandspolitischen Tätigkeiten die Interessen der KMU mit jenen von KSBL und PBL unter einen Hut zu bringen.

Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser sagte anlässlich des Beitritts vor zwei Jahren, dass er als starker Verbündeter dem Kantonsspital den Rücken stärken möchte. Mit diesem Anspruch ist Buser gescheitert: Ausgerechnet in den letzten zwei Jahren schlitterte das KSBL in seine schwerste Krise überhaupt, wechselte die Führungsriege aus und hatte, vor allem am Standort Bruderholz, mit einem schmerzhaften Leistungsabbau zu kämpfen. Dies alles ist nicht der Wirtschaftskammer und Buser zum Vorwurf zu machen. Es bestätigt bloss: Der mächtige Gewerbeverband ist nicht der richtige Verbündete fürs Kantonsspital. Deshalb: Kantonsspital sofort raus aus der Wirtschaftskammer!