Es mag als Zwängerei aufgefasst werden, wenn zwei Einzelmasken gegen ein Projekt kämpfen, das einem ganzen Quartier dienen soll. Doch wenn Heinz Käppeli vom Verein Landhof und der Jugendarbeiter Mirko Ulbl Unterschriften gegen das Projekt der Stadtgärtnerei sammeln, ist es die Angst vor Veränderung, die sie antreibt. Die Angst, «ihren» Landhof zu verlieren.

Das Projekt sieht vor, diesen grünen Ort im dicht besiedelten Kleinbasel zwischen Wettstein- und Messeplatz zu öffnen. Natürlich haben die Herren recht, wenn sie sagen: Offen ist der Landhof jetzt schon. Was sie vergessen, ist die Tatsache, dass es eine Art Insider-Offenheit ist, die der Ort jetzt noch ausstrahlt – und kein Vergleich zur Offenheit, die ein Stadtpark hat.

Es ist höchste Zeit, dass gerade in diesem Quartier, wo wenige Villen mit Gärten zu finden sind, bestehende Grünflächen so gestaltet werden, dass sich jeder angezogen fühlt. Jeder, das sind Freundinnen, die beim Kaffee tratschen wollen, Grosseltern, die den Enkeln beim Spielen zuschauen wollen, Verliebte, Einsame, Familien, Sportler. Das Projekt sieht genau das vor und torpediert nicht, wie von den Gegnern behauptet, den jetzigen Landhof, sondern es ergänzt ihn.

Mehr und vielfältigere Nutzer bedeuten aber auch, dass den Menschen dort mehr Toleranz abverlangt wird und der Raum enger wird. Dass Alteingesessene davor Angst haben, ist verständlich, doch irgendwann kommt der Punkt, wo das Verständnis schwindet und der Blick aufs Ganze gefordert ist. Jetzt sind wir an diesem Punkt, jetzt beginnt der politische Prozess. Im Sinne der Anwohner wäre es wichtig, diesen nicht zu blockieren, sondern voller Zuversicht zu unterstützen.