Überspitzt formuliert könnte man sagen: Energy Basel macht alles richtig. Dass kaum je relevante News-Beiträge über Basel gesendet werden? Wozu auch? Dass mich eine Züri-Schnurre im Auto begleitet? Geschenkt! Dass bei den Mitarbeiter-Zahlen hie und da gemogelt wird? Unschön, aber Tatsache!

Natürlich fördert das nicht die Glaubwürdigkeit eines Mediums, das angeblich «relevante Informationen des lokal-regionalen Raums» liefern soll. Und natürlich hätte ich lieber unabhängigen Journalismus, gepaart mit massentauglicher Musik. Aber das ist nicht die Realität, das ist nicht, was verlangt wird. Und damit meine ich nicht die junge Zielgruppe, die diese Frequenz einstellt. Ich meine vielmehr das Bundesamt für Kommunikation, das die geltenden Regeln ungenügend durchsetzt.

Die Konzessionierung von Lokalradios ist ein staatlicher Eingriff in die unabhängigen Medien und deshalb zumindest heikel. Wenn man aber schon die Spielregeln bestimmen will, dann sollte man sie auch durchsetzen. Es ist – wie überall – wie beim Fussball: Kaum jemand macht einem Schwalbenkönig einen Vorwurf. Zur Zielscheibe wird vielmehr der Schiedsrichter. Und bei Energy Basel, dessen Konzession noch immer auf jener von Radio Basel 1 beruht, blieb die Pfeife in den vergangenen Jahren zu lange stumm.

Deshalb soll das Bakom nun noch einmal die Arbeitsweise des Ringier-Senders genau überprüfen und dafür sorgen, dass die Regeln für die Konzession zugunsten der regionalen Medienszene eingehalten werden.