Ein Einbruch in die eigenen vier Wände stellt ein traumatisierendes Ereignis dar. Die vorsätzliche Verletzung der Privatsphäre hinterlässt eine Mischung aus Wut, Fassungslosigkeit und Verunsicherung. Darum sind es nicht nur die gestiegenen Fallzahlen, welche die Polizeikorps entlang der Jura-Kette zum verstärkten Kampf gegen die Einbruchskriminalität zwingen, sondern auch das angeschlagene Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.

Nachdem die Einbruchswelle der vergangenen Jahre ausgerechnet mit der administrativ umständlichen Einführung der neuen Strafprozessordnung zusammengefallen ist, scheinen die Behörden nun endlich gut aufgestellt. Wunder darf man allerdings auch weiterhin keine erwarten. Die Aufklärung von Einbruchsdiebstählen gehört zu den kriminalistisch undankbarsten Aufgaben, denen oftmals erst viele Jahre später der «Kommissar Zufall» zum Erfolg verhilft.

Die massiven Grosseinsätze von Polizei und Grenzwache, welche auf die präventive Abschreckung zielen, haben gerade mal dazu geführt, dass sich die Fallzahlen auf hohem Niveau stabilisieren. Es wird noch viele Monate diesen ausserordentlichen Einsatz brauchen, bis die Einbrüche zurückgehen. Dabei darf – trotz allem – eines nicht vergessen werden: Die Jagd auf die meist unbewaffneten und nicht gewalttätigen Einbrecher ist eine Art gesellschaftliches Luxusproblem. Erst die in der Region relativ geringe Zahl an Gewaltverbrechen macht es überhaupt möglich, dass sich die Polizei auf die Einbrecherjagd konzentrieren kann.