Basel bezwingt zweimal Chelsea. Basel sorgt in der Europa League mit dem Vorstoss in die Viertelfinals für Furore. Und Basel wird – wie kann es anders sein – Schweizer Meister. Trotzdem trennt sich der FC Basel von Trainer Murat Yakin. Es war einer der mutigsten Trainerwechsel der Schweizer Fussball Geschichte. Auf den ersten Blick ein Entscheid gegen jede Logik. Gleichwohl muss man heute sagen: Alles richtig gemacht.

Die Teppichetage um Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz hat einmal mehr ihr vorzügliches Gespür bewiesen. Sie spürte, dass der Klub nach fünf Meistertiteln in Folge neue Reizpunkte braucht. Paulo Sousa ist ein eigenwilliger Mann mit speziellen Methoden wie der GPS-Überwachung der Spieler im Schlaf. Aber der Portugiese ist auch der Trainer, der es gut versteht, seine Spieler vor der Komfortzone abzuschotten.

Es waren gewiss schwierige Momente der Annäherung zwischen Sousa und seinem neuen Arbeitgeber. Und als die Resultate zwischenzeitlich den Ansprüchen nicht genügten, kamen erste atmosphärische Störungen auf, die an die vergangene Saison erinnerten.

Aber Sousa kriegte die Kurve. Nicht, weil er den Bückling machte. Auch nicht, weil er zum medialen Gegenschlag ausholte. Nein, er schaffte den Turnaround, weil er seiner Überzeugung bedingungslos folgte. Weil er auch in schwierigen Zeiten keinen Zweifel erkennen liess. Weder an seinem Konzept, noch an seiner Kompetenz. Sousa wirkt bisweilen unnahbar und selbstverliebt. Gleichwohl sollte er allein schon seines Intellekts und seiner konzeptionellen Arbeit wegen vielen Trainern als Vorbild dienen.

Sousa scheint ein Glücksgriff der FCB-Führung zu sein. Ebenso wie fast alle Neuzugänge. Es ist schlicht herausragend, wie es Basel immer wieder schafft, die grossen Lücken auszufüllen, die zuletzt Mohamed Salah, Yann Sommer und Valentin Stocker hinterliessen. Das spricht nicht nur für die Fachkompetenz der FCB-Führung. Sondern auch für ihr herausragendes Antizipationsvermögen. Dazu ein Vergleich: Liverpool kaufte auf diese Saison für 176 Millionen Franken neue Spieler. Basel gab gerade mal 14,5 Millionen aus. Auf dem Platz sah es gestern so aus, als wäre der FCB ohne Limit auf Einkaufstour gegangen.