In engen Grenzen ist jeder ein König. Der Föderalismus schweizerischer Prägung mag in vielen Fällen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Bund, Kantonen und Gemeinden haben.

In manchen Fällen mutet es aber absurd an: Wenn ein Kantonaler Krisenstab unter Einbezug von Experten erklärt, dass das Abfeuern von Feuerwerkskörpern unter Auflagen in Ordnung geht, dann sollten die Gemeinden diesem Urteil Glauben schenken, und nicht ein schärferes Verbot erlassen.

Diese Einsicht teilt die Gemeinde Duggingen und eigentlich sollten es ihr auch die anderen 85 kleineren und grösseren Königreiche im Baselbiet gleich tun. Schon die Kantonsgrenzen sind den meisten Raketen wohl egal: Wo diese nach dem Zünden herunterkommen, lässt sich in den wenigsten Fällen genau vorhersagen. Dass aber Seltisberg grundsätzlich kein Feuerwerk erlaubt und auch das Höhenfeuer abbläst, Bubendorf sich hingegen an die Weisungen des Kantonalen Krisenstabs hält, ist das Papier nicht wert, das nun zur Information der Seltisberger Bevölkerung zu Flugblättern verarbeitet wird. Gut denkbar, dass einige Anhänger von Knallteufeln, Böllern und Vulkanen aus der 1300-Seelen-Gemeinde ihr Pyrospektakel auf dem Boden der Nachbarsgemeinde abbrennen werden.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Ausgerechnet die Bundesfeier wird dadurch geprägt sein, dass von Ortschaft zu Ortschaft unterschiedliche Regeln gelten, wie denn gefeiert werden darf. So betrachtet ist das eigentlich ja ganz passend für dieses Land.

benjamin.rosch@bzbasel.ch