Jetzt jubelt das Theater Basel: 23'000 Eintritte mehr in der vergangenen Saison! Bessere Auslastung! Mehr Einnahmen! Es sei dem Theater zu gönnen. Letztes und vorletztes Jahr um dieselbe Zeit herrschte allerdings Katerstimmung: minus 15'000 Besucher (Saison 2012/13), minus 13 000 ( 2011/12). Diesen schlechten Zeiten waren wiederum gute Zeiten vorausgegangen, mit einer höheren Gesamtauslastung als heute.

Seit er seine Intendanz vor rund achteinhalb Jahren angetreten hat, sei es vier Mal rauf und vier Mal runtergegangen, sagte Georges Delnon an der Medienkonferenz. Er meinte das nicht negativ, doch: «Ay, there’s the rub», wie Hamlet sagt. Das Theater fährt unfreiwillig auf einer Achterbahn.

Gerade die Sparte Schauspiel, die jetzt als grosser Aufsteiger gefeiert wird, könnte bald wieder abstürzen. Denn hier fehlt weiterhin die wichtigste Voraussetzung für langfristigen Erfolg: eine hohe Qualität – anspruchsvolle, kluge, relevante Stücke, die gleichzeitig unterhaltsam sein dürfen, aber nicht müssen. Zwischendurch gelingt es, zu oft aber gibt sich die Schauspielleitung weiterhin mit Mittelmass zufrieden – wenn nicht sogar mit Unterdurchschnittlichem. Das Theater soll unbedingt Risiken eingehen, das gelegentliche Scheitern gehört dazu, aber dann bitte auf hohem Niveau! Die Qualität der Aufführungen schwankt stark, die Zuschauer können sich nicht auf ein gewisses Mindestmass verlassen. Das bräuchte es, um ein Stammpublikum zu halten. Das jetzige Hoch hat das Schauspiel wenigen Blockbustern zu verdanken. Viel schöner wäre, wenn dahinter grosse Meisterschaft steckte.