Am Rhein zu wohnen, ist am Vorabend des 1. August eine Strafe. Da tut es gut, vor der Knallerei ins Badische zu flüchten. Der Ausflug begann in Freiburg, wobei sich die Zimmersuche als nicht ganz einfach erwies.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, in Günterstal zu übernachten, wo ich während des Studiums in einer WG gewohnt habe. Der südlichste Stadtteil Freiburgs liegt in einem Tal auf 330 Höhenmetern und ist durch die lieblichen Wonnhaldewiesen von der Stadt getrennt. Ausserdem gibt es hier ein sehr schönes Zisterzienserinnenkloster. Leider blieb nicht mehr viel Zeit. Im Traditionslokal Kühler Krug am Torplatz hörte ich zwei Tage nichts auf meine Mailanfrage. Eine telefonische Nachfrage ergab, dass die Zimmer ausgebucht waren. Im empfehlenswerten Gasthaus Kybfelsen kann man leider nicht übernachten.

Fündig geworden bin ich im Hotel Gasthaus Rössle im Freiburger Stadtteil St. Georgen. Das im «gemütlichen Landhausstil eingerichtete Zimmer» entpuppte sich als angenehm modern, 65 Euro für die Übernachtung mit Frühstück war günstig, das Kalbshuftsteak mit Pilzen, Pommes und frischen Salaten für 17,80 Euro im Innenhof entsprach den Erwartungen, die Bedienung war flink - was will man mehr?

Mein Ausflug mit Bus und Tram in die Freiburger Innenstadt war durch einen Wermutstropfen geprägt. Das äusserst günstige asiatische Schnellrestaurant Thai Chi in der Passage zwischen Post und Bertoldstrasse, wo ich oft und gern einkehre, hatte wegen Sommerferien geschlossen. Am Nachmittag bin ich per Auto durch den Südschwarzwald zurück Richtung Basel gefahren. Eine kurvenreiche, pittoreske Strasse brachte mich von Staufen durch das Münstertal am Belchen vorbei nach Todtnau.

Am meisten beeindruckt hat mich die doppeltürmige Pfarrkirche, die nach einem verheerenden Brand 1876 am neuen Ort wieder aufgebaut wurde. In der Achse der Hauptstrasse thront sie in 659 Meter Höhe über dem Markt. Die moderne Innengestaltung mit dem farbenprächtigen Hochaltar, Glasfenstern und der Orgel wurden Anfang der sechziger Jahre gegen erheblichen Widerstand der Todtnauer verwirklicht. Zum Glück konnten sie sich nicht durchsetzen.

Auf der anderen Ortsseite lockt mit der Hasenhorn-Rodelbahn auf den 1065 Meter hohen Hausberg eine andere Attraktion. Die Abfahrt ist 2,9 Kilometer lang. Hoch geht es mit dem Sessellift. Auf dem weiteren Weg habe ich noch Station in Jogi Löws Heimatstadt Schönau und dem eher enttäuschenden, grauen Zell im Wiesental gemacht. Ein Highlight war hingegen der Besuch im lebendigen, schönen Städtchen Schopfheim.

peter.schenk@bzbasel.ch