Tout Bâle gratulierte diese Woche Remo Gallacchi zur Wahl zum Grossratspräsidenten. Und zuletzt auch Anita Fetz zum Debüt als Schriftstellerin.

Dass gleichzeitig der Präsident der «Baseldytsche Bihni» zum höchsten Basler gewählt und die Verfasserin des Buchs «my baasel» die Bestsellerlisten stürmten, bedeutet eine Aufwertung des bedrohten lokalen Dialekts; nicht unähnlich derjenigen des schwächelnden World Economic Forums WEF durch die angekündigte Stippvisite von US-Präsident Donald Trump.

Dabei erwies sich die Stadtbasler Ständerätin als unerwartet kompromisslose Baseldytsch-Schreiberin, griff sie doch im Titel ihres Opus zu einem Doppel-«aa», wie es wohl nicht einmal die darin porträtierte Margaretha Merian-Burckhardt (1806–1886) verwendet hätte und welches sogar die Dialektpäpste der 125-jährigen «Baseldytsche» bisher nicht anzuwenden für notwendig hielten.

Was Dialektexperten zufolge allerdings auch damit zu tun haben könnte, dass sich die Laienbühne im Lohnhof unter der Leitung ihres derzeitigen Präsidenten zunehmend von der reinen Mundartlehre ab- und deutschsprachigen EU-Expats zuwendet. Nachdem sie im letzten Stück den eingebaslerten Germanismus «Othello darf nicht platzen» der Dialektversion « ... darf nid abverheie» oder « ... usfalle» vorzog, bekennt sich mit der diesjährigen Affiche «ankomme dienstag – stop – fall nicht in ohnmacht» definitiv zur Schriftsprache.

Und tut damit das, was tout Bâle in diesen Tagen jenen Zeedeldichtern ans Herz legen möchte, die fasnachtshalber «scheene» und «haimelige» Lautungen aus einem längst aufgehobenen Baseldytsch-Grabfeld buddeln, handkehrum aber auf «Pflutter» «Butter» reimen.