Basel-Stadt ist ein linker Kanton. Regelmässig übertrumpfen SP und Grünes Bündnis an der Wahlurne das bürgerliche Lager. Doch das ist kein Naturgesetz. Denn die Stärke der Linken basiert nicht einzig auf ihrer soliden Wählerbasis, vielmehr profitieren sie von der Schwäche der Bürgerlichen: Innerlich zerstritten, schwächen sich diese immer wieder selber. Gerade bei den Ständeratswahlen hat sich das in der Vergangenheit exemplarisch gezeigt.

Mittlerweile aber haben Basels Bürgerliche aus ihren Fehlern gelernt und begriffen: Nur gemeinsam haben sie gegen das linke Lager eine Chance. Bereits bei den Regierungsratswahlen 2016 haben sie einen ersten Versuch gestartet. CVP, FDP, LDP und SVP traten zusammen zu den Wahlen an. Noch blieb der Erfolg überschaubar – und doch war es ein erster Schritt.

Nun wird im Hinblick auf die nationalen Wahlen im Herbst ein nächster Versuch gestartet. Zwar konnten erneut nicht alle Animositäten ausgeräumt werden – dieses Mal bleibt die SVP aussen vor. Dennoch ist die Ausgangslage vielversprechend: Die SVP hat durchaus das Potenzial, ihren Nationalratssitz auch im Alleingang zu halten. Und die neue bürgerliche Allianz wiederum hat gute Chancen, dem linken Lager den dritten der fünf Basler Nationalratssitze abzujagen. Die Zahlen von 2015 sprechen jedenfalls klar dafür.

Einziger Wermutstropfen: Der Sieg wäre nur von kurzer Dauer, denn bereits in vier Jahren wird Basel-Stadt einen Nationalratssitz abgeben müssen. Dann bleiben noch vier Mandate, welche die beiden Blöcke hälftig unter sich aufteilen werden.