Das Wahljahr 2019 hält gleich zwei Chancen bereit für die Basler Bürgerlichen: Ein Nationalratssitz der Linken wankt, wie er auch schon zuvor mal von einem Lager ins andere gekippt ist. Und mit dem Rücktritt von Anita Fetz aus dem Ständerat bietet sich erstmals seit 16 Jahren ernsthaft die Chance, das Amt zu erobern. Doch statt gemeinsam Pläne zu schmieden, wie man Eva Herzog oder Beat Jans beikommen könnte, üben sich GLP, CVP, FDP und LDP in einem Stellungskrieg. Eine gemeinsame Ständeratskandidatur ist nicht in Sicht, obwohl mit Patricia von Falkenstein eine mehrheitsfähige Kandidatin in den Startlöchern steht. Keine Nomination wäre ein Riesenfiasko.

Jeder versucht, aus der speziellen Konstellation Kapital zu schlagen. Das ist im Prinzip verständlich: Spätestens seit der Ankündigung der CVP, nicht mehr mit der SVP zu paktieren, ist mächtig Zunder drin. Noch hat sich die neue Bürgerlichkeit nach dem missglückten Experiment mit der SVP nicht eingespielt. Keine Partei will nur der LDP zudienen, alle wähnen sich in der Rolle als Zünglein an der Waage. Für einzelne Machtansprüche ist der Zeitpunkt aber denkbar schlecht. Für einmal wäre Solidarität angesagt, statt den Markt spielen zu lassen. Im Prinzip gilt: Wer Interesse daran hat, dass nicht mehr die SP den Kanton Basel-Stadt im Stöckli vertritt, muss Patricia von Falkenstein unterstützen. Für alles andere dankt die SP.