Es ist eine Premiere: Erstmals tritt das Ballett Theater Basel am 26. Februar im Kulturzentrum «La Coupole» der elsässischen Nachbarstadt Saint-Louis auf. Gezeigt werden neue Choreografien des Briten Thomas Noone und des Tschechen Jiří Pokorný. Noone hat seit 2001 seine eigene Truppe in Barcelona. Pokorný war früher beim renommierten Nederland Dans Theater und arbeitet heute als freier Choreograf.

Premiere der beiden Uraufführungen ist am 14. Februar im Basler Schauspielhaus. Nach drei weiteren Aufführungen geht es dann «on tour» nach Saint-Louis, wie es im Programm des Theater Basels heisst. Der grosse Saal dort hat 500 Plätze und die Bühne ist so gross, dass die Choreografie sich nicht verändert und ein zu eins ins Elsass gebracht werden kann. In der Oberrheinregion ist das Ballett sonst bisher noch nie aufgetreten. Gastspiele gab es in dieser Spielzeit zum Beispiel in Ludwigshafen, Lyon, Budapest, Biarritz und Bilbao.

Laut Claudia Brier, Mediensprecherin des Theaters Basel, gibt es seit einiger Zeit «einen regen Austausch mit den französischen Nachbarn in Saint-Louis und auch in Mulhouse, bei dem versucht wird, Kooperationen anzugehen.» Dahinter stecke die Idee, den Tanz möglichst mit vereinten Kräften zu stärken. Dazu gehört, dass Schulklassen aus Saint-Louis das Training und die Proben beim Ballett in Basel besuchen. Umgekehrt kommt die International School Basel in die «Coupole», wie Pressesprecherin Océane Clément sagt.

Seit dieser Saison stellt Clément fest, dass die Zahl der Schweizer Besucher zunimmt. Bereits vor einem Jahr hatte die künstlerische Leiterin Eléonora Rossi ihren Anteil auf zehn Prozent geschätzt und dies auch auf die damals neue 3er-Tramverlängerung zurückgeführt. Am meisten interessiert sich das Schweizer Publikum für Vorführungen, bei denen Sprachkenntnisse weniger wichtig sind wie Konzerte, Neuer Zirkus und Tanz, der ein wichtiger Teil des Programms der «Coupole» ist.

So ist am 20. März die französische Choreografin Catherine Diverrès mit ihrer Compagnie zu sehen, gefolgt vom Ballett National de Lorraine am 2. April. Es führt fünf Stücke berühmter Choreografen auf, ohne die Titel und die Namen der Choreografen zu nennen. Beide Vorführungen dürften auch in Basel auf Interesse stossen, zumal Brier sagt: «Das Tanzpublikum ist immer recht mobil.»

Im Vergleich zu Basel sind die Tanzvorführungen in Saint-Louis mit Preisen von 5,50 Euro bis 29 Euro konkurrenzlos günstig. Brier bestätigt das, argumentiert aber: «In Frankreich werden auch andere Löhne gezahlt.»

Wie ein aufmerksamer Leser bemerkt hat, weiss anscheinend selbst das Theater Basel nicht genau, wo sich sein Ballett überall herumtreibt. Tatsächlich ist es am 23. März 2009 schon einmal in der Coupole aufgetreten. Das Programm hiess Rolling Steps.

 peter.schenk@bzbbasel.ch