An der diesjährigen Fasnacht musste die Baselbieter Baudirektorin Hohn und Spott über sich ergehen lassen. Die zahlreichen Rücktrittsgerüchte in letzter Zeit entspringen wohl einer immer intensiveren Abneigung selbst bürgerlicher Kreise gegen Sabine Pegoraro. Diverse Abstimmungsniederlagen einerseits, die jüngst wenig schmeichelhaften Befunde der Geschäftsprüfungskommission über den Umgang mit Whistleblowern in der Baudirektion anderseits verstärken nur den Eindruck, dass viele den Abgang der FDP-Magistratin regelrecht herbeisehnen.

Ob zu Recht oder Unrecht, lassen wir hier beiseite. Eine so schlechte Regierungsrätin, wie sie landläufig dargestellt wird, ist Pegoraro gewiss nicht. Dass sie erstaunliches Durchhaltevermögen beweist, sprechen ihr nicht einmal die ärgsten Kritiker ab.

Die Lehre aus ihrem Fall ist diese: Als erfahrene Anwältin und Richterin übernahm sie bei ihrer erstmaligen Wahl 2003 die Justiz-, Polizei- und Militärdirektion, wo sie sich als gradlinige «Law-and-Order»-Politikerin erwies. Dies kam im bürgerlichen Baselbiet gut an. Erst als sie 2011 als bestgewählte Regierungsrätin in die Baudirektion wechselte, begann ihr Nimbus zu schwinden.

Hinter diesem Direktionswechsel standen zweifelsfrei taktische Motive: Es ging darum, die «Gefahr» eines grünen Baudirektors Isaac Reber zu verhindern. Heute rächt sich das: Wäre Sabine Pegoraro Sicherheitsdirektorin geblieben, würde sie jetzt viel eher – analog einer Karin Keller-Sutter – als Anwärterin auf einen Sitz im Ständerat gehandelt werden als von vielen im Baselbiet zum Teufel gewünscht.