Ein Ausflug mit dem elsässischen Distribus 604 von der Schifflände ins Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne bleibt kompliziert. Er setzt viel Wissen voraus, denn ein trinationaler Tarifverbund ist weit entfernt. Das musste ein Schweizer Leser erfahren, der ein GA hat und ausnahmsweise statt mit dem Velo mit dem Bus ins Elsass fahren wollte.

Am Anfang stand ein Missverständnis. Als der Herr vom Elsass mit dem Bus zurück an die Schifflände fahren und dafür ein Billett lösen wollte, erklärte der Chauffeur, dass das nicht möglich sei. Wir wissen nicht, wie die beiden miteinander kommuniziert haben, sicher aber ist nach Rücksprache beim für öV zuständigen Zweckverband im Elsass, dass der Chauffeur im Bus Billette nach Basel verkauft. Wenn man keine Euro bei sich hat, nimmt er Franken, akzeptiert allerdings nur Scheine und gibt Euromünz heraus. Das Ticket kostet 2,60 Euro.

Für den zweiten Ausflug ins Elsass ging der Leser an den BVB-Schalter am Barfüsserplatz, wo eine Dame ihm für die Fahrt nach Frankreich eine TNW-Mehrfahrtenkarte verkaufte. Der Leser fühlte sich zu Recht schlecht beraten. In der Schweiz lässt sich die Steckkarte für die Hinfahrt ins Elsass zwar am TNW-Automaten entwerten, für die Rückfahrt im elsässischen Bus funktioniert das aber nicht.

Unterschiedliche Systeme in Elsass und in Basel

«Wir haben unterschiedliche Systeme, und das wird sich wohl so schnell nicht ändern», erklärt Hubert Vaxelaire, beim südelsässischen Zweckverband für den öV zuständig. Die Dame von den BVB hätte unserem Reisenden eine elektronische Plastik-Karte für den Distribus verkaufen müssen, die man für die Rückfahrt vom Elsass nach Basel im Bus entwerten kann. Alles klar?

Einfacher ist es da wohl, eine Einzelkarte am TNW-Automaten zu lösen. An der Schifflände ist dies an der Haltestelle des 604er-Busses genau erklärt. Aber auch da gibt es Tücken. Die Karte, die man für den grenzübergreifenden Verkehr ins Elsass lösen muss, heisst Inflex und kostet 3,10 Franken.

Als GA-Inhaber kann man ein Anschlussbillett für 1,90 Franken lösen. Für die Rückfahrt muss mit GA im Bus für 1,70 Euro ein lokales Ticket bis zur Landesgrenze gekauft werden. Eine Rückfahrkarte existiert nicht. Wer soll sich das nur alles merken!

Mit den deutschen Nachbarn läuft es einfacher. Die neuen triregio-Mehrfachkarten können auf Schweizer Seite an den TNW-Automaten und auf deutscher in denen des Verkehrsverbunds RVL oder beim Busfahrer entwertet werden.

peter.schenk@bzbasel.ch