Die Uni Basel will für Expeditionen Flugreisen einschränken. Sie erwischt den richtigen Zeitpunkt: Die Klimafrage drängt wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein. Schüler demonstrieren, Parlamentarier streiten und dank einem überaus heissen und trockenen Sommer ist die Allgemeinheit daran erinnert, wie schlecht die Menschheit Sorge trägt zu ihrem Planeten.
Die grösste Umweltsünde bleibt ein Tabu. Wer von Basel nach New York und zurück jettet, verbraucht dabei mehr CO2, als wenn er ein Jahr lang jede Woche zwei Kilo Fleisch vertilgt. Inklusive Transport, Produktion und Abfall. Als der Nationalrat aber eine Abgabe auf Flugtickets ins Gesetz schreiben sollte, konnten sich nicht einmal Umweltverbände zu einer Massnahme mit Wirkung durchringen. Eine kleine Lenkungsabgabe ja, mit absehbarer Trendwende aber lieber nicht.

Während Vegetarismus populär wird und für einen bewussten Umgang mit der Umwelt steht, ist Reisen zum Statussymbol aufgestiegen. Gemeint sind nicht nur die viel zitierten Shopping-Trips in London oder das Polterweekend in Amsterdam. Es gibt viel uneitlere Gründe, in einen Flieger zu steigen: Fremde Kulturen kennenlernen, Freunde im Ausland besuchen, die Natur in der Ferne erfahren. Solches Reisen gilt auch in links-grünen Kreisen als chic. Zudem will die Sozialdemokratie das Fliegen jenen nicht verunmöglichen, die erst durch die Billigairlines in den Genuss des einstigen Luxus gekommen sind. Verbote sind unbeliebt, das Bewusstsein ist aber zwingend. Umso wichtiger, dass die Uni als Bildungsinstitution mit gutem Beispiel vorangeht.