Fast auf den Tag 100 Jahre ist es her, dass das grosse Schlachten des Ersten Weltkriegs endlich ein Ende fand. Am 11. November 1918 handelten Delegationen Deutschlands und der Entente, zu der auch Frankreich gehörte, bei Paris den Waffenstillstand aus. Ein Bild von der Unterzeichnung wurde in öffentlichen Einrichtungen Elsass-Lothringens aufgehängt. Es stand für den Sieg der Franzosen. Noch heute ist der 11. November in Frankreich ein offizieller Feiertag.

Als die National-Sozialisten im Zweiten Weltkrieg das Elsass annektierten, wurden die Gemälde wieder abgehängt. Dasjenige, das in einer Beiz in Blotzheim hing, fand seinen Weg zum damaligen Lörracher NS-Bürgermeister Reinhard Boos, der es dem Heimatmuseum Lörrach übergab. Sein Nachfolger ist das Dreiländermuseum und deshalb ist es heute in einer Ausstellung zur Zeitenwende 1918/19 am Oberrhein zu sehen.

Das unmittelbare Kriegsende wurde in den drei Ländern unterschiedlich erlebt. In Basel hat man den Krieg durch das Donnern der Geschütze von der Front im nahen Elsass hautnah mitbekommen. Der Waffenstillstand wurde begrüsst, aber überlagert von Armut, Hunger und spanischer Grippe. Vom 11. bis 14. November fand auch in Basel der Landesstreik statt. Durch die Zusammenarbeit von Regierung und Arbeitern verlief er hier allerdings friedlich.

In Südbaden und im Elsass übernahmen Arbeiterräte die Macht. Die am 10. November ausgerufene Republik Elsass-Lothringen wurde am 22. November durch den Einmarsch der französischen Truppen in Strassburg wieder beendet.

Fast 50 Jahre gehörte die Region zum Deutschen Reich und schon vorher sprach man fast nur Dialekt. Da war die Kommunikation zwischen amtierenden Bürgermeistern und Offizieren nicht immer einfach. Auch die elsässischen Frauen sollen auf manche Sätze der französischen Soldaten nur mit einem Lachen geantwortet haben - einfach, weil sie sie nicht verstanden haben.

In Baden wurden die Räte 1919 aufgelöst und die neue Verfassung durch den Landtag und eine Volksabstimmung angenommen. Erst mal durften bei den Wahlen Januar 1919 Frauen abstimmen.

Im Dreiland gibt es zum hundertsten Jahrestages des Kriegsendes eine Fülle von Veranstaltungen. Schon am 4. November haben sich die Präsidenten Macron und Steinmeier im Strassburger Münster getroffen. Vier Tage lang war der französische Präsident in Ostfrankreich unterwegs.

Am 9. November erinnert das französische Konsulat mit einer Zeremonie im Kannenfeldpark an den Anlass und am 10. November laden Weil und Huningue zu einer Baumpflanzung ein. Statt aufeinander zu schiessen, betätigen sich die Ex-Erbfeinde als Gärtner – eine schöne Entwicklung.