Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Spitälern von Baselland und Basel-Stadt wird zur Zeit geplant und heftig diskutiert. Das gemeinsame Projekt, sorgfältig evaluiert von beiden Kantonsregierungen, den involvierten Kliniken und zahlreichen Experten soll mittelfristig drei Ziele erreichen: eine optimierte Gesundheitsversorgung, eine gedämpfte Kostenentwicklung und die Sicherung einer starken Hochschulmedizin in der Nordwestschweiz.

Wieso ist dieses gemeinsame Spitalprojekt notwendig? Was steht auf dem Spiel, sowohl für den Patienten als auch für die Region Nordwestschweiz als Life-Science-Standort?

Für den Patienten zählen die Qualität der medizinischen Dienstleistung und der Zugang zu Spitälern, die im jeweiligen Bereich, ambulant oder stationär, eine erstklassige Diagnose und Behandlung bieten können; nicht zuletzt aufgrund genügender Erfahrung, also den Fallzahlen. Der Fortschritt in der Medizin und den verwendeten Technologien erhöht dabei die Anforderungen an die Spitäler zunehmend, zwingt diese zur Konzentration auf ihre Stärken. Das heisst zu einer gewissen Spezialisierung, um von den übergeordneten Institutionen als kompetente Zentren für eine bestimmte Behandlung anerkannt zu werden. Die hier skizzierte Veränderung erfordert eine kluge Absprache unter den Spitälern von Baselland und Basel-Stadt und eine gut organisierte Zusammenarbeit im Rahmen der Region Basel/Nordwestschweiz, wie sie mit der gemeinsamen Spitalgruppe «Universitätsspital Nordwest» angestrebt wird.

Die gemeinsame Spitalgruppe ist aber auch entscheidend für eine starke Position der Nordwestschweiz innerhalb des schweizerischen Gesundheitswesens, besonders in der Spitzenmedizin. Auch in Zukunft müssen die Gesundheitsversorgung und das Spitalwesen der Nordwestschweiz gegenüber den Regionen Zürich, Bern und Lausanne/Genf konkurrenzfähig bleiben.

Eine zusätzliche Bedeutung hat die Qualität der Spitäler und der klinischen Medizin in unserer Region für den Life-Science-Standort. Die Region Basel hat sich ja über Jahrzehnte eine wissenschaftlich und wirtschaftlich hervorragende Stellung im Bereich der Life Sciences und der Entwicklung innovativer Diagnostika und Behandlungen erkämpft. Die Region verfügt über eine vollständige Wertschöpfungs-Kette, von der Grundlagenforschung, zu angewandter Forschung, Entwicklung, bis hin zu Produktion und Marketing. Dies alles ermöglicht durch ein effizientes Zusammenspiel zwischen Universität Basel, Fachhochschule Nordwestschweiz, ETH-Institut, Friedrich Miescher-Institut, Tropeninstitut, vielen KMU und international tätigen Pharmaindustrien.

Innerhalb dieser Wertschöpfungs-Kette spielen Klinische Forschung und erste Studien am Menschen oder Patienten eine zentrale Rolle – hier werden regional verfügbare medizinisch-klinische Kenntnisse und eine hohe Qualität der Spitäler mit der Kompetenz für klinische Studien zu kritischen Erfolgsfaktoren. Aus diesen Gründen wurde die Klinische Forschung innerhalb der Universität Basel und den Universitätskliniken in den letzten Jahren systematisch ausgebaut, zum Teil mit Einbezug des Kantonsspitals Baselland – auch im Hinblick auf die laufende Entwicklung zur «Personalized Medicine» hin.

Kurz, das gemeinsame Basler Spitalprojekt ist eine grosse Chance für eine notwendige, zukunftsgerichtete Strategie: für eine ausgezeichnete medizinische Versorgung der Patienten und eine Stärkung unseres regionalen Life-Science-Standortes.