Wenn es historische Lichtgestalten im trinationalen Raum Basel gibt, gehört der 1760 in Basel geborene alemannische Dichter und Theologe Johann Peter Hebel dazu. Neben Denkmälern, Strassen- und Platznamen, Hebel-Fest, «Basler Hebelstiftung», «Hebelbund Lörrach», Verein «250 Jahre Johann Peter Hebel», einem Hebel Wanderweg und seiner lokalen Hymne «Z Basel an mym Rhy» kommt der Hebeldank und ein mit 10 000 Euro dotierter Literaturpreis dazu. Ferner wurde Hebels Konterfei dreimal auf einer Briefmarke verewigt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Kürzlich rollte die «Badische Zeitung» die Briefmarken-Geschichte in einem Artikel über den Hausener Briefmarkensammler, Hebel-Spezialisten und Philatelisten Elmar Vogt wieder auf. Hebel wurde zwar in Basel geboren, seine Mutter aber stammte aus Hausen im Wiesental, wo er im Winter lebte und jeweils zu seinem Geburtstag am 10. Mai das Hebelfest gefeiert wird.

Das erste Mal erschien das Konterfei von Hebel 1947 auf einer Briefmarke, die die Franzosen für ihre Besatzungszone Baden in Auftrag gegeben hatten. Zur Besatzungszone Baden gehörten die Regierungspräsidien Freiburg im Breisgau und Tübingen. Bis 1949 gab es drei Ausgaben mit dem gleichen Bildmotiv aber verschiedenen Farben und Werten. Auf Hebel war die Wahl gefallen, weil die Franzosen Symbole und Personen suchten, die nicht durch den Nationalsozialismus vorbelastet waren.

Knapp vier Jahrzehnte später widmete die Deutsche Post dem Dichter 1985 eine Sonderbriefmarke mit einem Wert von 80 Pfennigen. Der Sechsfarben-Offsetdruck erschien in einer Auflage von 29,1 Millionen und zeigte Hebel zusammen mit einer Frau in einer Markgräfler Tracht. Anlass war der 225. Geburtstag Hebels – ein Jubiläum, das die Deutsche Briefmarkenzeitung damals als «ungewöhnlich krumm» bezeichnete. Da machte es die Schweizer Post besser. Sie brachte 2010 eine Sonderbriefmarke zu 85 Rappen anlässlich des 250. Geburtstags heraus, die Hebel vor dem Rhein und dem Basler Münster zeigte.

Heute kämpfen die Briefmarkensammler mit Nachwuchsproblemen. Das geht nicht nur ihnen so, sondern auch der «Hebelei», wie ein Ex-Chef von mir die vielfältigen Hebel-Aktivitäten gerne nannte. So musste die «Basler Hebelstiftung» im November ihren Anlass «Hebel an der Grenze» wegen zu wenig Anmeldungen absagen.

peter.schenk@bzbbasel.ch