Acht südbadische Produzenten von Lebensmitteln haben sich in der Organisation «Badischer Einkaufskorb» zusammengeschlossen, um für ihre Erzeugnisse zu werben. Neu legen sie dabei den Schwerpunkt darauf, dass alle Mitglieder bis auf einen unternehmergeführte Betriebe sind – das heisst, hinter dem Produkt steht ein Gesicht.

Bei der Konfitürenmanufaktur Faller aus dem Oberen Wiesental ist das Thomas Faller, der das Unternehmen in dritter Generation leitet. Es begann 1913 damit, dass die Familie in ihrem Kolonialwarenladen unverkaufte Früchte im Kupferkessel zu Konfitüren einkochte.

Heute hat Faller 80 Mitarbeiter und produziert über 50 Sorten. Darunter gibt es limitierte Editionen wie die Pfirsich-Konfi, die aus Früchten eines Landwirts vom Dinkelberg hergestellt wird, der mit neuen Obstsorten experimentiert.

Die neue Strategie des «Badischen Einkaufskorbs»besteht auch aus einem umgestalteten Internetauftritt. Die Seiten der Produkte sind mit denen der Firmen verlinkt. Dort findet man eine Fülle von interessanten Informationen. So baute die Saftkellerei Jakoby aus Auggen im Markgräflerland ihre Früchte schon beim Start vor 90 Jahren bio-dynamisch an. Jährlich werden in Auggen 30 000 Tonnen Früchte zu naturbelassenen Säften ohne Zuckerzusatz verarbeitet.

Gouffrais aus Weil verschickt seinen Kakaokonfekt in Gugelhupfform nur, wenn es nicht zu heiss ist. Das Konfekt gehört in den Kühlschrank, sollte aber vor dem Verzehr für drei bis vier Minuten Raumtemperatur herausgenommen werden.

Die 1850 gegründete Privatbrauerei Lasser ist das älteste Lörracher Familienunternehmen und bietet acht Sorten an. Auf der Website findet man auch Filme des Deutschen Brauerbunds, die das deutsche Reinheitsgebot für Bier erklären, seine Zusammensetzung und Geschichte und

eine Anleitung zum korrekten Zapfen bieten.

Die Mineralwasserquelle Lieler Schlossbrunnen wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erschlossen und füllt jährlich mit 65 Mitarbeitern 48 Millionen Liter so gut wie nitratfreies Mineralwasser ab.

Die Metzgerei Dosenbach schliesslich gibt es schon in der fünften Generation. Die Herstellung eines Schwarzwälder Schinkens, der über Tannenspänen geräuchert wird, dauert mindestens drei Monate.

Das Staatsweingut Freiburg gehört dem Land Baden- Württemberg und keltert seine Weine aus Trauben von Spitzenlagen im Kaiserstuhl und dem Freiburger Schlossberg.

Ein Betrieb hat sogar einen Schweizer Namen: Swiss Gourmet wurde 1977 von drei Schweizern in Lörrach gegründet und stellt Patés und Terrinen nach Schweizer Rezepten her. Bleibt die Frage, ob auch das Kaufen dieser Produkte als Einkaufstourismus zu bezeichnen ist.

peter.schenk@bzbasel.ch