Im Jahr 1968 wurde das Nationalstrassennetz mit der Basler Süd- und Westtangente als Verbindung zur Frankreich beschlossen. Da dies politisch nicht durchsetzbar war, hat man die Verbindung nach Frankreich über die Nordtangente realisiert. Die Südtangente ist seither eine 50-jährige Planungsleiche. Jetzt wird versucht, sie mit allen Mitteln wiederzubeleben.

Stadtnahe Tangente ja, aber nicht quer durch unsere Stadt. Das ist eine Sekante! Eine echte Ringlösung bestünde darin, diese Strasse ringförmig um die Stadt zu führen: vom Zubringer Bachgraben grösstenteils unterirdisch mit Anschlüssen auf Baselbieter Gebiet bis zur H18. Dies würde die Strassen in Allschwil, Binningen, Bottmingen und Münchenstein entlasten. Baselbieter Automobilisten könnten damit das «überlastete» Basler Stadtnetz meiden. Also eine Win-Win-Situation.

Trotz Gundeli-Tunnel wird der Verkehr vom Neubad in den Dreispitz weiterhin durchs Quartier fahren, denn auf der Autobahn gibt es keinen Dreispitz-Anschluss. Auch von der Autobahnabfahrt zum Dreispitz wird sich der Verkehr weiterhin durchs Quartier quälen.

Deshalb braucht es eine Verbindungsbrücke vom Autobahnende St. Alban-Ring über die SBB-Geleise zur Nordspitze des Dreispitzes. Nur eine wirksame Gundeli-Umfahrung bringt die Entlastung der Längsachsen Dornacher- und Gundeldingerstrasse. Dies ist keine Neuerfindung, hat doch die Planungsgruppe Gundeldingen diese Variante bereits im Rahmen der Masterplanung vorgeschlagen. Sie wurde damals als Bestvariante bewertet aber, wieso auch immer, nicht weiterverfolgt.

Nach Inbetriebnahme der Nordtangente hat der Durchgangsverkehr im Gundeli massiv abgenommen, denn die Automobilisten aus Grossbasel-West und Allschwil fahren via Nordtangente. In der Gundeldingerstrasse betrug die Verkehrsabnahme in den letzten 17 Jahre knapp 30 Prozent. Der eigentliche Durchgangsverkehr liegt heute mit 25 Prozent weit unter den kolportierten 50 Prozent. Wo bleibt hier der Verkehrskollaps? Mit dem Zubringer Allschwil wird der Verkehr nochmals abnehmen. Was hingegen bleibt, ist der beträchtliche Autoverkehr vom und zum Bruderholz. Dieser quert künftig mit und ohne Gundeli-Tunnel das Quartier. Für den knapp zwei Kilometer langen Tunnel werden 600 Millionen Franken veranschlagt. Bei der Nordtangente versprach man uns damals in der Abstimmung 800 Millionen. Im Endeffekt waren es 1,5 Milliarden. Entsprechend wird der Gundelitunnel 1,2 Milliarden kosten. Bei einem Selbstbehalt von 35 Prozent macht das für Basel 360 Millionen. Mit diesem Geld könnten wir 10 Prozent des S-Bahn Herzstück vorfinanzieren oder es in den flächendeckenden Tramnetzausbau 2020 investieren. Der Nutzen wäre um einiges grösser.

Anstatt einer milliardenteuren Autobahn nachzujagen, wäre es ein Gebot der Stunde, kurzfristige Massnahmen fürs Gundeli umzusetzen wie die konsequente Umsetzung des Nachtfahrverbots in der Dornacherstrasse von 22-06 Uhr. Nach dem Bundesgerichtsentscheid Sevogelstrasse ist jetzt Tempo 30 in der Dornacher- und Gundeldingerstrasse angesagt. Die Projekte Dreispitz-Zubringer und der wirksamen Gundeli-Umfahrung sind voranzutreiben.