Die Zitterpartie, die letztlich keine war, ist beendet, das Baselbiet kommt in vier Jahren zu seinem allerersten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in der Kantonsgeschichte. Die Ausmarchung des definitiven Festgeländes war zäh und nicht zuletzt von Streitigkeiten im kantonalen Schwingerverband begleitet.

Das zunächst auserkorene Festgelände in Aesch liess sich gegen den Widerstand der dortigen Bauern nicht durchdrücken. Auch am Standort Pratteln tauchten mehrere Fragezeichen hinter Machbarkeit und Sinnhaftigkeit einer Durchführung auf.

Wenn die bz in ihrer Berichterstattung immer wieder den Finger auf die wunden Punkte legte, dann tat sie dies ganz gewiss nicht, um diesen Grossanlass «zu sabotieren», wie uns in Schwingerkreisen vorgeworfen wurde, sondern um bösen Überraschungen im Nachhinein zuvorzukommen.

Nun, die Organisatoren scheinen auf offene Fragen überzeugende Antworten gefunden zu haben, die gestrige Präsentation fiel überaus stimmig aus. Nach dem einstimmigen Entscheid der Abgeordnetenversammlung darf die gesunde Skepsis endlich der Vorfreude auf den grössten Sportanlass in der Region seit der Fussball-Euro 2008 weichen.

Viele Menschen werden vornehmlich in ihrer Freizeit sehr viel dafür tun, dass wir ein grossartiges Fest erleben dürfen. Das muss entsprechend honoriert werden.

Stichwort Euro 08: Als langfristige Errungenschaft resultierte aus dem Fussballspektakel vor zehn Jahren die Aufstockung des Joggeli-Stadions auf knapp 40 000 Zuschauer, wovon der FCB noch heute profitiert.

Es sollte ab sofort der Anspruch des Kantons sein, dass der Baselbieter Bevölkerung vom «Eidgenössischen» 2022 an sportlicher und sonstiger Infrastrukturverbesserung mehr übrig bleibt als die blosse Erinnerung an drei rauschende Festtage.

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