Gute Nachricht: Weil die französischen Nachbarn am heutigen 8. Mai ihren Sieg im Zweiten Weltkrieg feiern, ist die Rheinuferpromenade vom St. Johann bis zur Dreiländerbrücke in Huningue ausnahmsweise unter der Woche geöffnet. Die Lindan-Sanierung ruht an diesem Feiertag, heisst es auf der Website. Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai, der auch Feiertag war, suchte man diese Information vergeblich. Vor Ort zeigte sich, dass die beiden Grenztore geöffnet waren.

Wer am heutigen Mittwoch nicht arbeiten muss und die Uferpromenade entlang flanieren und radeln möchte, kann dies problemlos machen und bei Huningue über die 2007 eröffnete Dreiländerbrücke in den deutschen Alltag gelangen. Denn soweit, dass die deutschen Nachbarn ihre Niederlage im Zweiten Weltkrieg, die ja auch eine Befreiung vom Nationalsozialismus war, ebenfalls feiern, ist man dann dort trotz aller Vergangenheitsbewältigung doch nicht.

Der schöne Spaziergang am und über den Rhein endet allerdings beim Rheincenter. Von hier wieder nach Basel führt der Weg über den Hiltalinger Zoll und die Autobrücke über das Hafenbecken. Die Lücke zwischen dem deutschen Rheinufer wenige Meter nördlich der Dreiländerbrücke zum Denkmal Dreiländereck auf Basler Boden ist nämlich noch immer nicht geschlossen.

Ideen dafür gibt es durchaus. Bereits im Herbst 2013 waren die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs für Studierende ausgestellt worden, bei dem auch Modelle für eine relativ kurze Brücke am Dreiländereck gezeigt wurden. Eine Studentin hatte eine Klappbrücke entwickelt, die durch das Gewicht von Wasser geöffnet und geschlossen wird. Eine andere Brücke inszenierte sich als Aussichtsplattform, die nur zu Fuss zu überqueren ist.

Weiterverfolgt wurde davon nichts. Laut Thomas Waltert, Leiter Gesamtentwicklung Basel Nord, liegen immerhin bereits wesentliche Grundlagenarbeiten und Vorstudien vor. Das Hauptproblem dürfte sein, dass die Hafeneinfahrt zwischen Weiler Ufer und Dreiländereck 80 Meter breit ist, die Brücke aber mindestens 9 Meter hoch sein muss, damit die Schiffe in den Hafen fahren können. Auf der nördlichen, deutschen Seite, wiederum gibt es sehr wenig Platz, damit die Steigung für Velofahrer nicht zu anspruchsvoll wird.

700'000 Franken für Wettbewerb und Vorprojekt sollen voraussichtlich 2019 beim Grossen Rat beantragt werden. Baubeginn wäre nicht vor 2021. Dann sollte auch die Lindan-Sanierung abgeschlossen sein. Wann schliesslich auch die Brücke zum Dreiländereck fertig ist, darüber wollen wir hier aber lieber nicht spekulieren.

peter.schenk@bzbasel.ch