Herzliche Gratulation, liebe Herzogin, zum Muttertag im Wochenbett. Du wirst zwischen dem Stillen hoffentlich Zeit haben, die Basellandschaftliche zu lesen, Nahrung für den Geist ist immer gut. Gratulation auch an Prinz Harry. Mit Würde hat er die Pflicht erfüllt, die jedem werdenden Vater bei der Geburt obliegt, nämlich bleich im Weg zu stehen. Aber was mich verwundert, Meghan: Die feinen Kiosk-Magazine für die intellektuell anspruchsvolle Dame wussten schon seit Monaten um das «süsse Geheimnis». Dass du «Zwillinge unter dem Herzen» trägst. Oder ein Mädchen. Und nun soll’s bloss ein Knabe sein?

Meghan, echt jetzt. Es ist nicht nett, zwei Kinder zu gebären und eins davon zu verstecken. Ich verstehe es, wenn ihr noch vor Schliessung der Grenzen einen Geheimprinzen ausser Landes bringen wollt, damit das Königshaus nach dem Brexit inkognito ein Standbein in der EU aufbauen kann. Aber bei allem Respekt: Das geht schief. Die Heftli finden die Geschichte heraus. Oder sie erfinden sie gleich selber. Mein Tipp, Hoheit: Lass es bleiben und steh zum Kind. Und sonst versteck es wenigstens an einem schönen Ort. Zum Beispiel auf Schloss Wildenstein. Aber ohne eiserne Maske. Es wäre ein Leben in steter Angst, irgendwann von Leonardo DiCaprio entdeckt und verfilmt zu werden. Ein Albtraum.

Auch für deinen Erstprinzen gebe ich dir gern noch einige mütterliche Ratschläge mit, Meghan, immerhin hat eine Nachbarin mich einst «die beste Mutter im Quartier» genannt, auch wenn ich nie gestillt habe. Erstens: Harry und du, ihr habt euch bestimmt durch eine Bibliothek von Gebär-, Still-, Schlaf-, Ernährungs-, Erziehungs- und Frühförderungsratgeber hindurch gekämpft und wisst nicht nur alles, sondern auch das Gegenteil. Mein Rat: Verbrenn den Mist im grössten Cheminée im Kensington Palace, trink einen drauf und hör auf Bauch und Herz.

Zweitens: Glaub niemals an den Muttertag. Er ist eine lächerliche Ausgleichsmassnahme aus schlechten alten Zeiten und dient nur noch der Bewirtschaftung des schlechten Gewissens zum Verkaufe von Blumen, Truffes und Schleimkarten. Drittens: Wenn der Kleine beim Einkaufen den Laden zusammentäubelet, behandle ihn nicht wie deinen kleinen Prinzen. Lass nicht mit dir dealen. Viertens: Lass die Blicke und Kommentare der Besserwisserinnen in der Schlange an der Kasse an dir abperlen. Und sonst schick halt eine robuste Zofe. Fünftens: Dein Knopf soll nie in ein Auto steigen, an dessen Steuer ein Fremder sitzt oder Urgrossvater Prinz Philipp. Sechstens: Mach es wie dein Schwiegervater Charles und behalt stets die Ohren steif.

Good luck, Herzogin. Wird schon schiefgehen.