Es ist dem Basler SP-Nationalrat Beat Jans anzurechnen, dass er von sich aus auf eine Ständeratskandidatur verzichtet. Gegen seine parteiinterne Konkurrentin, Finanzdirektorin Eva Herzog, wäre er nicht chancenlos gewesen. Eine Wahl in den Ständerat hätte den um die Basler Partei äusserst verdienten, an der Basis gut vernetzten und beliebten Politiker auf eidgenössischer Ebene möglicherweise noch weiter gebracht.

Dass Jans nun aus Gründen der zum Parteidogma erhobenen Geschlechtervertretung in den Parlamenten einen Rückzieher macht, ist menschlich nobel und programmatisch konsequent. Erheblich erleichtert wird ihm dieser Schritt dadurch, dass die Basler Sozialdemokratie den Stadtkanton in der kleinen Kammer mit grosser Wahrscheinlichkeit auch in der kommenden Legislatur vertreten wird.

Bedauerlich ist Jans’ Entscheid dennoch: Eine Auseinandersetzung zwischen ihm und Eva Herzog um die Nomination hätte der Öffentlichkeit - und nicht zuletzt auch den Genossen selbst - einen tiefen Einblick ins Seelenleben der mit Abstand mächtigsten Partei Basels ermöglicht. Eine Partei, die immer wieder unterschiedliche und teils widersprüchliche politische Signale aussendet; die zum Beispiel gegen die Spitalfusion ist und für die ebenfalls zur Abstimmung stehende unternehmerfreundliche Steuerreform. Beat Jans steht für den linken Flügel der SP,  Eva Herzog für den rechten.

In diesem Sinn wäre eine Ausmarchung zwischen diesen zwei hochkompetenten Politikern auch eine sozialdemokratische Richtungswahl gewesen. Die bleibt uns nun, leider, verwehrt.