Beugte sich Isaac Reber erst nach dem grossen Wahlerfolg der Baselbieter Grünen der
Erwartungshaltung seiner Parteibasis? Oder spekulierte er von Anfang an auf einen Wechsel in die wichtige Bau- und Umweltschutzdirektion? Reber sagt es nicht, und wir wissen es nicht.

Spielt auch keine Rolle. Tatsache ist, dass aufgrund Rebers Status als amtsältestes Regierungsmitglied, seines Bombenresultats vom Wahlsonntag und seines eisernen Bekenntnisses zum Kollegialitätsprinzip die bürgerliche Regierungsmehrheit keinen Grund sah, diesen für Schweizer Verhältnisse aussergewöhnlichen Wechsel zu verhindern.

Das war bei Rebers überraschender Wahl 2011 noch ganz anders gewesen:

Die in der Sicherheitsdirektion erfolgreiche FDP-Frau Sabine Pegoraro liess sich für den Wechsel in die Baudirektion gewinnen, um dem damals noch unberechenbaren Grünen-Newcomer den Weg zu versperren. Damit begann für Pegoraro eine zweite Regierungshalbzeit voller Niederlagen und Probleme.

Das könnte auch Isaac Reber drohen, selbst wenn er und seine Partei vom Gegenteil überzeugt sind. Die zentrale Frage ist, wie rasch sich Reber in die viel komplexere und politisch umkämpfte Baudirektion einleben und wie rasch er ein Kaderpersonal seines Vertrauens um sich scharen kann – sein Erfolgsgeheimnis in der Sicherheitsdirektion. Zudem bleibt abzuwarten, welche Veränderungen Reber in vier Jahren tatsächlich durchsetzen kann, mit einem nach wie vor mehrheitlich bürgerlichen Landrat im Nacken. Vor falschen Erwartungen sei deshalb gewarnt: All das spricht eher gegen eine neue «grüne Welle» in der Baselbieter Baudirektion – aber für eine umso riskantere Mission.