Da sassen wir also am 1.-AugustBrunch auf dem Bauernhof. In Pfeffingen. Der Brunch war gut, die Gesellschaft äusserst angenehm und Sohnemann durfte Kälbchen streicheln und auf einem Pony über die Wiese reiten. Die Wiese, auf der gefühlte 500 Autos standen, die aus aller Herren Kantone das hungrige Volk herangekarrt hatten. Expats, Städter, Aargauer, ein paar Deutsche und viele Landschäftler. Und da lauschten wir den Klängen von Alphörnern und Ländler-Quartett. Den gleichen Klängen, denen man schon am Vorabend am Rheinufer kaum hatte entfliehen können. Mit denen man auch an der Bundesfeier auf dem Bruderholz Jahr für Jahr gefoltert wird. Und alle fanden es erstens ziemlich grauslig und zweitens schön traditionell und typisch.

Nur ist es das nicht. In der Kulturgeschichte Basels spielen Alphörner nun mal keine Rolle. In der von Zürich, Bern und Genf übrigens auch nicht. Wir feierten wieder mal eine Schweiz, die es so nie gab. Jene Ballenberg-Landi-39-Kalter-Krieg-Schweiz, die oft beschworen wird, in der aber wohl nur die wenigsten leben wollen.

Der eigentlich sinnvollste Teil der Bundesfeier ist das Feuerwerk am Rhein: Da kommen Menschen aus dem ganzen Dreiland im Zentrum der Region zusammen. Und freuen sich an etwas, das der Basler Steuerzahler ihnen bietet. Dabei entsteht neben etwas Müll vor allem viel Freude. Das ist typisch für unsere Region. Wer im Edelweisshemd den inneren Kranzschwinger rauslassen will, darf von mir aus auch kommen. Aber ohne Alphorn.