Am Freitagabend gab es im Akademietheater in Wien Standing Ovations. Simon Stones «Hotel Strindberg» ist eines der wichtigen Stücke der laufenden Saison. Ein Erfolg, den der Regisseur mit Basler Wurzeln auch dem hiesigen Theater zu verdanken hat. Andreas Beck hatte den richtigen Riecher und verpflichtete das junge Ausnahmetalent bereits 2015 als Hausregisseur.

Die erst drei Jahre alte Ära Beck hat dem hiesigen Theater wieder zu Renommee jenseits der Landesgrenzen verholfen. Nun folgt der Theatermann dem Ruf ans Bayerische Staatsschauspiel, einem der grossen Player im Bühnengeschäft. Stone wird in Hollywood Filme drehen.

Da geht es dem Theater ähnlich wie dem FCB: Man ist Talentschmiede für den grossen Auftritt im Ausland. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Basel ist im internationalen Vergleich ein kleines Städtchen. Jedoch eines mit ungeheurer Ausstrahlung in die Kunst- und Theaterwelt. Dieser Ruf bringt Verpflichtungen und Ansprüche mit sich.

Das Theater Basel ist zum wichtigen Impulsgeber für neuere Dramatik geworden. Dies, obwohl dem Betrieb in den letzten Jahren rund 15 Millionen Franken gekürzt wurden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Theater, will es Erfolge wie unter Beck feiern, am absoluten Limit läuft.

Denn Erfolg hat Folgen. Beispielsweise die: Stücke werden länger gespielt, gehen auf Tour, benötigen also mehr Ressourcen an Lagerräumen und Personal. Das laufende Subventionsgesuch und die anstehende Neubesetzung des Direktoriums sind Anlass, über die Bücher zu gehen. Qualität hat ihren Preis. Auch jene einer guten Talentschmiede. Und vielleicht gelingt es ja, die kommende Theaterleitung etwas länger in Basel zu halten.