Die Kunden-Sicht ist die einfache. Uber ist günstig, schnell und unglaublich unkompliziert. Das Bewertungssystem ist komfortabel, die Fahrer zuverlässig. Auf den ersten Blick haben die Taxi-Unternehmen vor allem eines: die Entwicklung aufgrund ihres Erfolgs verpennt. Aber diese Erklärung greift viel zu kurz.

Der Preisunterschied lässt sich mit mehr erklären, als einer eingesparten Telefonzentrale und wegfallenden Standzeiten. Die meistgenannte Ersparnis sind die Sozialabgaben an die Fahrer: Uber zahlt weder AHV noch Pensionskasse, denn der Fahrdienst sieht sich nicht als Arbeitgeber.

Uber bezahlt aber auch keine Mehrwertsteuer. Etwa für die Strassen, die ihre Fahrer nutzen, oder die Prüfung, die ihre Fahrer ablegen müssen. Und Uber bezahlt auch keine Versicherungen, für den Schadenfall seiner Fahrer. Auch bei einem Unfall steht der Arbeitnehmer alleine da, denn der Fahrdienst wehrt sich nach Kräften gegen die Suva. Uber foutiert sich um das Personenförderungsgesetz, das besagt, dass jede Person transportiert werden muss.

Uber betrügt nicht nur die Fahrer, die auf der Suche nach einfachem Geld ihr längerfristiges Handeln nicht bedenken – etwa, wenn ihnen die AHV fehlt oder sie sich ungenügend gegen einen Unfall versichern, der sie in den Ruin treibt. Uber betrügt die Allgemeinheit, die Sozialabgaben zahlt, die Mehrwertsteuern zahlt, die sich ein Gesetz über die Personenbeförderung gegeben hat.

Uber ist ein grosser, hässlicher Schmarotzer, der sich dort bestehender Strukturen bedient, wo es ihm opportun erscheint und gleichzeitig nach Kräften versucht, genau dieses System auszutricksen. Wer nicht erkennen will, dass der Verdrängungskrieg auf dem Buckel der Working Poor geführt wird, der soll sich doch zumindest darüber empören, dass auch er selbst betrogen wird.