Als Schweizer und in besonderem Mass als Bewohner von Basel-Stadt ist man es gewohnt, dass das Beste nicht gut genug sein kann, wenn irgendetwas gebaut wird. Ein Abfalleimer? Nur aus bestem Chromstahl. Ein Trottoir? Tonnenweise Beton auf tiefem Aushub, abgeschlossen von einer Teer-Schicht höchster Qualität, damit sich ja kein Pflänzchen in einem Riss niederlassen kann.

Dieser Perfektionismus mag teilweise übertrieben sein, bei der Post-Gleisquerung aber darf er erwartet, ja muss er sogar eingefordert werden. Zu wichtig ist die Funktion dieser Bahnhofs-Querung und zu einmalig die Chance, dass der Kanton auch tatsächlich Auflagen machen kann. Dies, weil die Post für ihr Bauvorhaben auf eine Umzonung angewiesen ist und dem Kanton entsprechend entgegenkommt.

Dass in diesem Zusammenhang der Kanton die Gleisquerung als «nicht zurückbaubar» hinnimmt, lässt aufhorchen. Ist es wirklich die optimale Variante, die so entsteht? Oder wäre nicht eine noch viel bessere Lösung möglich, wenn auch die Option eines Komplett-Neubaus inklusive Rückbau, wie sie in der Testplanung von Herzog & de Meuron vorgeschlagen wurde, vertieft geprüft worden wäre? Man darf nicht vergessen: Es ist erst 40 Jahre her, als man einen heute unansehnlichen und völlig unpraktischen Klotz eingeweiht hat. Der vielleicht damals auch eine gute, aber nicht die beste Lösung war.