Die Frage von bz-Chefredaktor David Sieber, ob Basel sich die Museen leisten kann und will, ist in der Tat entscheidend. Dies wird schlussendlich eine politische Entscheidung sein, die das Parlament und eventuell auch das Volk fällen wird. Ich bin der Meinung, dass wir es uns leisten können und sollen, die grossartigen Sammlungen im Besitz des Kantons Basel-Stadt zu pflegen und attraktiv auszustellen. Sie sind eine enorme Bereicherung für die Bevölkerung und natürlich auch für den Tourismus von grosser Bedeutung.

Um diese Entscheidungen auf einer soliden Grundlage zu treffen, müssen wir ein realistisches Bild von den Kosten der Museen gewinnen. Genau daran arbeitet das Präsidialdepartement intensiv. Aus diesem Grund hat die Regierung mit der Museumsstrategie Betriebsanalysen der Museen angekündigt. Als Erstes wurde nun das Kunstmuseum untersucht, da es mit dem Neubau in eine offensichtliche Schieflage geraten war. Wir erarbeiten nun aufgrund der Analyse zusammen mit dem Kunstmuseum Massnahmen, um diese Schieflage zu beheben. Weil diese das Budget 2019 betreffen, werden sie gemeinsam mit den Ergebnissen der Analyse im September mit dem kantonalen Gesamtbudget veröffentlicht. Der Grosse Rat wird anschliessend darüber befinden.

Im Hinblick auf den Neubau für das Staatsarchiv und das Naturhistorische Museum im St. Johann war es mir enorm wichtig zu vermeiden, dass ähnliche Probleme wie beim Kunstmuseum auftreten. Deshalb liess ich im letzten Jahr die zukünftigen Betriebskosten nochmals überprüfen und berechnen. Das Staatsarchiv und das Naturhistorische Museum haben im Moment sehr schlechte räumliche Bedingungen für die Bewirtschaftung, Archivierung und die Konservierung ihrer Bestände. Um das Archivgut und die Sammlung des Museums nicht zu gefährden, muss die Infrastruktur beider Institutionen dringend verbessert werden und die Betriebskosten werden dadurch steigen. Beim Vergleich der Kosten und Nutzen einer Sanierung an den heutigen Standorten, die einen zeitgemässen Betrieb ermöglicht, und eines gemeinsamen Neubaus für beide Institutionen schnitt der Neubau eindeutig besser ab.

Durch den Neubau für das Staatsarchiv und das Naturhistorische Museum werden verschiedene Altbauten frei. Die Nachnutzungen sind nun genau geprüft worden und es wurde festgestellt, dass alle für andere Zwecke gut genutzt werden können. Die grössten Diskussionen gab es um den Berri-Bau, der als erstes Basler Museum gebaut wurde. Er wird nach Auszug des Naturhistorischen Museums umfassend saniert werden und anschliessend das Antikenmuseum inklusive Skulpturenhalle aufnehmen. Die nötigen bautechnischen Abklärungen liegen vor und zeigen, dass diese Pläne realistisch sind. Alle Grundlagen für den Entscheid des Grossen Rats zum Neubau Naturhistorisches Museum/Staatsarchiv sind somit vorhanden.

Mir ist es wichtig, dass die Politik realistische Grundlagen für ihre Entscheide hat. Die Frage lautet: Welche Leistung bekommen wir für welches Geld? Dann können wir entscheiden, was wir uns leisten wollen und was eben nicht. Wobei ich überzeugt bin, dass sich diese Investitionen in die Identität und Attraktivität der Kulturstadt Basel lohnen.