Gundi Klemm

Aus Japan, Australien, Russland, Thailand, Türkei, Portugal, Frankreich, den Niederlanden, Frankreich, Oesterreich und natürlich aus der ganzen Schweiz stammen die jungen Leute, die sich mit dem Besuch hiesiger Ballettschulen auf eine Tanzlaufbahn vorbereiten wollen. Eigens angereist aus Deutschland zum 14. Wettbewerb für klassisches Ballett waren im Kreise der 28 beteiligten Ballettschulen junge Tanzbegeisterte aus Mannheim und aus Augsburg. Wie gewohnt in drei Kategorien hofften die Nachwuchstänzerinnen und -tänzer im Alter zwischen 11 und 17 Jahren auf gute Platzierungen und interessante Fortbildungspreise für die ersten Ränge.

Pubertät beinflusst Trainingsfleiss

Ausserordentlich erfreulich verlief das Abschneiden der 12 Ballettschüler, die sich mehrheitlich über Vorausscheidung, Demi-Final ins Finale mit sichtbarer Präzision und Sprungkraft vorschieben konnten. Spannend gestaltete sich der Wettbewerb zwischen dem Solothurner Vorjahrspreisträger Benoit Favre und Jack Bertinshaw (beide Tanzakademie Zürich), die fürs Laienauge kaum Unterschiede aufwiesen.

Die Jury, die sich in diesem Jahr aus der Oltnerin Ursula Berger, aus Claudia Bisagno, Etienne Frey, Peter Heubi, Susanne Natiez Frutig, Cathy Sharp und Armin Wild als fachlich ausgewiesenes Gremium zusammensetzte, bewertete die Haltung des jungen Australiers Jack mit 0.14 Punkten höher als seinen Konkurrenten. Die Gruppe der 14/15-Jährigen dominierte Meret Gross (AS Ballett Boll), die mit strahlendem Lächeln ihre Tanzschritt-Sequenzen vortrug. In der jüngsten Altersgruppe kam es zu einer Auscheidung zwischen dem schwarzhaarigen Giuseppe Bausilio (Boll) und dem Blondschopf Alexander Arnold aus Augsburg auf dem 2. Platz.

Wie immer lag die wichtige Trainingsleitung der obersten Kategorie bei Iskra Zankova, die in Solothurn schon häufig engagiert war, in besten Händen. Weniger zu überzeugen vermochten die Trainingsleiterinnen der Kategorie 2 und 3 die vielen Tanz-Experten im Publikum. Ob das vielleicht auch ein Grund dafür war, dass das Leistungsniveau in diesen Gruppen als nicht so hoch wie in den Vorjahren taxiert wurde? Leider nahm diesmal keine der beiden, für gute Benotungen bisher favorisierten Kandidatinnen aus dem Kanton Solothurn teil. Auf Nachfrage war zu hören, dass unter dem Einfluss der Pubertät bei beiden Mädchen die konsequente Bereitschaft zum Training deutlich nachgelassen habe.

Zauber des Tanzes

Der Konzertsaal erwies sich für einen Wettbewerb dieser Art, der von den ringsum angeordneten Balkonen und Tribünen aus beobachtet werden konnte, als sehr geeignet. Stadtpräsident Kurt Fluri hatte erneut das Patronat übernommen und ergänzend zu zahlreichen Sponsoren von Organisator «Danse Suisse» Fördergelder bei Stadt und Kanton erwirkt. Den künstlerischen Zauber des Tanzes genoss das Publikum vor der Rangverkündigung im «Tanzfenster», das diesmal die in Solothurn sehr erfolgreiche Tanzakademie Zürich mit sieben Elevinnen und Eleven - allesamt bereits im Finale ausländischer Tanzwettbewerbe ausgezeichnet - in farbenfroher Kostümierung präsentierte.

Anschliessend gab es grossen Jubel, Blumen, Medaillen und Weiterbildungsgutscheine bei der Bekanntgabe aller Gewinnerinnen und Gewinner dieser Ausscheidung. Wichtig zu wissen ist, dass der Tanzberuf in die eidgenössische Verordnung zur beruflichen Grundausbildung mit Fähigkeitsausweis aufgenommen wurde. Im Herbst startet ein mit einer Berufslehre gleichgestellter erster professioneller Ausbildungsgang in Zürich an der Hochschule der Künste.