Die Haut des Mannes ist mit einer schwarzen Schicht überzogen. Wie seine Kleidung auch. Stoisch blickt er durch seine lädierte Brille in die Kamera von Babak Kazemi. Der iranische Fotograf ist Autodidakt.

Er ist 1983 in der Provinz Chuzestan geboren, kurz nach dem ersten Golfkrieg, in dem die Region wegen ihrer Ölraffinerien zu einem brutal umkämpften Schlachtfeld geworden war. Kazemi hat seine Heimatregion und ihre Menschen acht Jahre lang fotografisch dokumentiert. Aus 3000 Fotos hat er eine Serie von 100 Bildern destilliert.

Zu sehen ist eine Auswahl aus dieser Langzeitstudie am Stand der Thalwiler Galerie AB43 Contemporary an der Photo Basel im Volkshaus. Das hier gezeigte Porträt kostet 2500 Franken. Die Inhaber, Heidi und Franz J. Leupi, haben sich seit 14 Jahren auf Kunst aus dem Mittleren Osten und dem Iran spezialisiert.

«A Report for d’Arcy» nennt Kazemi seine Langzeitstudie. Der britische Bergbauunternehmer William Knox d’Arcy (1849–1917) war der Begründer der iranischen Ölindustrie, hat zeitlebens aber nie einen Fuss auf persischen Boden gesetzt. Der Financier brachte in Gang, was die Geschichte des Irans bis heute prägt: der Kampf ums schwarze Gold.

Kazemi dokumentiert, was aus dieser Industrie geworden ist, mit der sich die Inhaber der British Petroleum Company (BP) während Jahrzehnten die Taschen gefüllt haben. Heute, nach jahrelangem internationalem Embargo, sind die Anlagen total heruntergekommen.

Kazemi zeigt uns eine Landschaft die von Russ, Rost und Ölflecken überzogen ist. Ein «Wasteland», das nur dazu da ist, der Welt den Rohstoff zu liefern, der sie in Schwung hält. Mitten in dieser Landschaft arbeiten Männer wie der hier Porträtierte, meist lebenslänglich. Kazemi nennt ihre Namen nicht.

«Obwohl sie reich an Öl sind, hatten die Bewohner unserer Länder nie ein gutes Leben», sagt Kazemi in einem Katalog zum Projekt. Im Sinne der klassischen Fotoreportage hält er seine Linse auf diesen paradoxen Zustand.