Ihr Gläubiger, die Firma Art Capital Group in New York, würde sogar in den kommenden zwei Jahren noch über ihre Arbeit und den Verkauf ihrer Bilder bestimmen dürfen.

Die "Los Angeles Times" berichtete, dass die Anwälte von Leibovitz in letzter Minute einen Zeitvorteil für ihre in Not geratene Mandantin ausgehandelt hätten. Dieser bezieht sich jedoch nicht auf die Zahlungsfrist, sondern eine Vorladung an den Supreme Court des Staates New York.

Danach hat die Fotografin jetzt noch vier Wochen, um auf eine Klage ihrer Gläubigerin vor dem Obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates New York einzugehen.

Art Capital, eine Art Edel-Pfandhaus für Kunst, beschuldigt sie, Starfotografin den 2008 getroffenen Geschäftsvereinbarungen "wissentlich, willentlich und schamlos" zuwider zu handeln.

Leibovitz war im vergangenen Jahr in Geldnot geraten und hatte einen Kredit von zunächst 22 Millionen und kurz darauf von weiteren zwei Millionen Dollar aufgenommen.

Die in New York ansässige Firma Art Capital Group bekam dafür die Rechte an ihrem Landhaus in Rhinebeck im Bundesstaat New York, an drei denkmalgeschützten Stadthäusern in Manhattan - und vor allem an ihrem Fotokatalog. Sie habe praktisch nur noch ihr Hemd auf dem Leib behalten, schrieb das "Forbes"-Magazin.

Die 59-jährige Fotokünstlerin hat drei Töchter, darunter Zwillingsmädchen, die von einer Leihmutter ausgetragen wurden. Ende 2004 verlor Leibovitz ihre Lebenspartnerin, die Schriftstellerin Susan Sonntag, bald darauf auch ihren Vater.