Die Jurymitglieder trafen eine Auswahl aus 148 eingereichten Titeln. Bis zum 8. September wird die Liste auf eine Shortlist aus sechs Büchern reduziert. Der Gewinner der mit insgesamt 37'500 Euro (50'300 Franken) dotierten Auszeichnung wird am 4. Oktober bekanntgegeben, dem Vorabend der Frankfurter Buchmesse.

Die Longlist decke ein "breites Spektrum" ab, sagte Jury-Sprecherin Julia Encke. "Eine Vielfalt der Formen und Welten, die in die deutsche Provinz führen, aber auch nach Russland, Israel, ins ehemalige Jugoslawien, nach Paris oder Prag."

Aus der Vojvodina in die Schweiz

Abonji erzählt in "Tauben fliegen auf" von einer ungarischen Familie aus der serbischen Provinz Vojvodina: Die Eltern dislozieren dabei in die Schweiz und holen später, in den 1970er Jahren, ihre Töchter nach. Die Zürcher Autorin und Musikerin Abonji wurde 1968 in Becsej/Serbien geboren.

2004 nahm sie am renommierten Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Ebenfalls nominiert für den Deutschen Buchpreis sind Werke von Kristof Magnusson ("Das war ich nicht"), der 2005 Stadtschreiber in Langenthal war, sowie von Thomas Hettche ("Die Liebe der Väter"), der in Erschmatt VS und in Berlin lebt.

Auf der Longlist 2010 stehen neben jüngeren Schriftstellern auch etablierte Autoren wie Martin Mosebach ("Was davor geschah") oder Hans Joachim Schädlich ("Kokoschkins Reise"). Österreich vertreten Doron Rabinovici und Michael Köhlmeier.

Preis mit der grössten Resonanz

Der Deutsche Buchpreis, vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert, wird in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben. Er gilt inzwischen als die literarische Auszeichnung mit der grössten öffentlichen Resonanz im deutschsprachigen Raum.

Im vergangenen Jahr hatten Peter Stamm mit "Sieben Jahre" und die Wähzürcherin Sibylle Berg mit "Der Mann schläft" einen Platz auf der Longlist erreicht. Auf die Shortlist kamen ihre Werke nicht.