Endlich! Nach Jahren der eurovisionellen Demütigung ist der Bann gebrochen. Luca Hänni hat eine ganze Nation erlöst. Der Berner Sänger verschont uns auch vor dem jährlich wiederkehrenden Lamento und den unsinnigen Forderungen nach einem Boykott des grössten Musikwettbewerbs der Welt. Wir sind wieder im gesangsvereinigten Europa angekommen.

Und der Finaleinzug ist verdient. Der Song «She Got Me» selber mag wohl nicht allen gefallen, aber er ist sehr modern, gut produziert und spielt raffiniert mit Spannung und Entspannung. Den Ausschlag haben aber wohl die gelungene Show, die Dramaturgie, die Choreografie und der Tanz gegeben. Ein guter Song genügt schon lange nicht mehr. Das haben die Verantwortlichen bei SRF inzwischen erkannt. Dabei kann die Leistung von Luca Hänni nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wer sich beim Tanzen so verausgabt und dabei stimmlich ohne Wackler durchkommt, der verdient grossen Respekt. Chapeau, Luca!

Hännis Auftritt:

Luca Hänni ist im ESC-Finale!

Was können wir uns im Final errechnen? Gleich den Sieg zu erwarten, wäre wohl vermessen. Aber ein Rang in den Top 10 ist durchaus realistisch, denn das Niveau war im zweiten Halbfinal, wo sich Luca durchsetzte, viel viel höher als im ersten Halbfinal. Nur gerade zwei, drei Songs aus dem ersten Halbfinal können sich Chancen ausrechnen.

Wir können also weiter hoffen, bangen, zittern und mitfiebern. Orientieren wir uns an Sebalter, der 2014 den 13. Rang holte oder sogar an den Vanilla Ninja, die vor vierzehn Jahren den 8. Rang erreichten. Es wäre ein Riesenerfolg! Daumen Drücken für Luca!

Der Moment der Erlösung – die Schweiz steht im Final: