«Ewigi Liebi», das erfolgreichste Schweizer Musical und inzwischen ein Kultklassiker, wurde im Frühling zum zweiten Mal anlässlich seines Zehn-Jahr-Jubiläums wieder aufgenommen. Es erzählt die Geschichte von Dänu, der in der Zeit zurückreist, um ihm und seiner grossen Liebe Heidi ein Happy End zu bereiten. Umrahmt wird die Liebesgeschichte von Volksliedern und Hits der Schweizer Popmusik. Am Donnerstag feiert «Ewigi Liebi» die 1000. Vorstellung. Das ist eine Leistung, die nur ganz wenige Musicals abseits des Broadways und West Ends erreichten. Für Christoph Wettstein, den Original-Dänu, ist es die 825. Vorstellung.

Wieso hat «Ewigi Liebi» geschafft, was anderen Schweizer Musicals versagt blieb? «Ich glaube, es ist ein einmaliger Cocktail, ein Jahrhunderttreffer, ein Sechser im Lotto», sagt Christoph Wettstein, «die berührende Geschichte spielt in einem Dorf, in dem jeder Archetyp von Schweizern anzutreffen ist. Jeder kann sich mit einem dieser Typen identifizieren. Dazu sorgen die Schweizer Hits für den nötigen Nostalgieeffekt. Dazu ist das Musical gespickt mit Pointen und emotionalen Momenten. Selbst Zuschauern, welche mit klassischem Theater oder Musical wenig anfangen können, scheint der Mix zu gefallen … nicht zuletzt auch dank den absurd anmutenden Einwürfen der Murmelis.»

Treue Stammbesucher

Dieses Geheimrezept hat dem Stück zu einer stetig wachsenden Gruppe treuer Stammbesucher verholfen. Wettstein erzählt, wie er einem Basler begegnet ist, der das Musical bereits zwanzig Mal gesehen hat und jedes Mal neue Menschen mitschleppt. Auch für den Hauptdarsteller hat der Reiz der Rolle dank ihrer breiten emotionalen Palette die Last der Jahre überstanden. Er stellt sich bei diesem «Jungbrunnen», wie er es nennt,
gar nicht die Frage, ob er es weitere 800 Mal aushalten kann.

Im Eingangsbereich seiner Wohnung in München hängt immer noch der Brief, den er vor zehn Jahren bekam, als er die Rolle bekam. Wettstein, der in Zürich geboren und in Wettingen seine Kindheit verbrachte, geniesst das Privileg, in Schweizer Dialekt spielen zu dürfen.

Die Traumrolle

Trotz seiner Treue gegenüber Dänu sind Wettsteins weitere schauspielerische Erfahrungen breit gefächert: vom Theater zur Werbung, vom Musical zum Film; er deckt alles ab. Auch nimmt er Hörfilme für Sehbehinderte auf und freut sich, demnächst wieder vermehrt vor der Kamera zu stehen. Seine absolute Traumrolle «Frank n’Furter» in «The Rocky Horror Show» hat er zwar schon gespielt, aber sein Bubenherz pocht vor Freude, als er erzählt, dass er nächsten Sommer bei «Winnetou II» bei den Freilichtspielen in Engelberg mitspielt.» Wegen Piraten- und Indianerspielen ist Wettstein überhaupt Schauspieler geworden. «Ich wurde mit zehn gefragt: ‹Was willst du werden?› und ich habe geantwortet: ‹Winnetou›. Neben Winnetou durch die Prärie zu reiten, würde ihm den letzten Knabenmorgen-Räuber-und-Poli-Traum erfüllen.

Musical Ewigi Liebi Maag Halle Zürich. 1000. Vorstellung am Do 7. Dez um 19.30 Uhr. Läuft noch bis am 21. Januar 2018. Es hat noch Tickets zu allen Vorstellungen.