«United Passions», so heisst der neue Kinofilm über die Geschichte der Fifa. Der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung könnte nach den jüngsten Skandalen um den Weltfussballverband eigentlich optimaler nicht sein, die Fifa ist gerade in aller Munde. Doch als der Film vergangenes Wochenende in den USA anlief, hat er nicht einmal einhundert Zuschauer ins Kino gelockt. 

(Quelle: Youtube)

Kinofilm über die Fifa

Denn: «United Passions» ist nichts weiter als peinliche Selbstpropaganda. Die Fifa hat die Filmproduktion zu neunzig Prozent aus der eigenen Tasche finanziert. Von einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte fehlt jede Spur. Stattdessen sehen wir heldenhaft ausgeleuchtete Szenen, in denen Sepp Blatter (gespielt von Hollywoodschauspieler Tim Roth) grosse Sponsoringdeals abwickelt. Wir hören selbstgefällige Dialoge wie «Er ist verrückt» – «Nein, er ist ein Visionär!». Und in einer weiteren Szene sagt Blatter sogar: «Der kleinste Bruch von Ethik wird hart bestraft werden.» Ganz ohne Ironie.

Bereits nach der Weltpremiere in Cannes vor einem Jahr wurde «United Passions» mit vernichtenden Kritiken abgestraft. Die «Welt» nannte den Film eine «unsägliche Selbstbeweihräucherung», der «Guardian» sprach von einer «absurden Selbst-Hagiografie, wie man sie eher von Scientology erwarten würde».

Die grossen europäischen Kinoverleiher liessen ihre Hände vom Film. In Frankreich erschien er direkt auf DVD. In der Schweiz war «United Passions» vergangenen Oktober am Zurich Film Festival zu sehen; die Vorstellung lief aber so schlecht, dass der Film auch hierzulande keinen Verleiher fand. Ins reguläre Kinoprogramm schaffte er es – neben den USA – nur in Russland, wo die nächste Fussball-WM stattfindet, sowie in kleineren Kinomärkten wie Portugal, Serbien, Ungarn und Slowenien.

Der Datenanalyst Rentrak schätzt die Gesamteinnahmen des Films auf etwa 200 000 Dollar. Gekostet hat «United Passions» dagegen knapp dreissig Millionen Dollar. Demnach hat der Film weniger als ein Prozent seines Budgets wieder eingespielt – und geht als einer der grössten Flops in die Filmgeschichte ein.